Die Bestimmung des Rezidivrisikos unterstützt die Entscheidung für die adjuvante Therapie

12.11.2009

Ärzte teilen GIST-Patienten nach bestimmten Faktoren in Risikogruppen ein. Je nachdem wie hoch das Risiko für ein Wiederauftreten der Erkrankung ist, wird eine adjuvante (d. h. unterstützende) Behandlung nach der Operation empfohlen.

GIST RisikobewertungGIST ist nicht gleich GIST. Die Entwicklung des Tumors ist von vielen Faktoren abhängig wie z. B.

Es ist daher äußerst schwierig, die Entwicklung eines GIST vorauszusagen bzw. eine Prognose abzugeben. Trotzdem können Ärzte nach bestimmten Kriterien eine Risikoeinteilung vornehmen. So können sie abschätzen, wie hoch das Risiko für ein erneutes Auftreten des Tumors (Rezidiv) ist.

 

Risikobewertung unterstützt Therapieentscheidung

Die Risikobewertung ist wichtig, um die optimale Nachsorge festzulegen. Falls bei Ihnen nach der operativen Tumorentfernung das Rezidivrisiko (also das Risiko, dass der Tumor erneut auftritt) als mittel oder hoch eingestuft wird, wird eine adjuvante (d. h. unterstützende) Therapie in Form einer täglichen Tablette empfohlen. Um Ihre individuellen Möglichkeiten für eine adjuvante Therapie zu erfahren, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen.

Darüber hinaus ermöglicht die Risikobewertung dem Arzt, die Nachsorgeintervalle zu bestimmen. Falls Ihr Tumor voraussichtlich zu einem raschen Wiederauftreten im Körper neigt (hohes oder mittleres Risiko), wird Ihr Arzt Sie häufiger zur Kontrolluntersuchung bitten (i. d. R. alle 3 bis 4 Monate in den ersten 3 Jahren nach der Operation). Bei einem Tumor mit nur geringer Neigung zum Wiederauftreten (niedriges Risiko) reichen dagegen Nachsorgeuntersuchungen in größerem zeitlichem Abstand (alle 6 Monate).

 

Welche Faktoren bestimmen das Risiko?

Laut aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen bestimmen vor allem zwei Aspekte, mit welcher Wahrscheinlichkeit sich ein Tumor ausbreitet: Die Größe des Tumors und die Anzahl der Zellteilungen (Mitosen), die unter dem Mikroskop im Tumorgewebe nachweisbar sind. Je größer der Tumor ist und je schneller er sich teilt, umso aggressiver ist die Erkrankung. Die ESMO (europäischer Zusammenschluss von Ärzten/Experten)-Therapierichtlinien nennen darüber hinaus die Operationsgrenzen (d. h. wie vollständig der Tumor entfernt werden konnte) und die Lage des Tumors als zusätzliche geeignete Kriterien.

 

Welcher Arzt kann eine Risikobewertung bzw. Therapie und Nachsorge durchführen?

Die Bewertung Ihres individuellen Risikos nimmt ein Pathologe (Facharzt für krankhafte Veränderungen des Körpers und deren Ursachen) vor. Der Chirurg kann diese Untersuchung anfordern, da er auch das Gewebematerial für die Untersuchung zur Verfügung stellt. Das Untersuchungsmaterial stammt entweder aus der Operation des Tumors oder aus einer gezielten Gewebeprobe (Biopsie).

In der Regel verordnet und betreut ein Onkologe (Facharzt für Tumorerkrankungen) eine adjuvante Therapie. Auch die Nachsorge sollte idealerweise durch den Onkologen erfolgen. Suchen Sie daher das Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt.

Quellen:
Casali et al. Annals of Oncology 2009; 20(Suppl4):iv64-iv67.
Wartenberg M, Reichardt P. Patientenratgeber GIST (Gastrointestinale Stromatumoren). Das Lebenshaus. Selbsthilfe GIST 2007 (2. Auflage)
NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology: SoftTissue Sarcoma. V.1.2009
Life Raft Group (LRG): Diagnosis and Risk Assessment
Choi H. Response Evaluation of Gastrointestinal Stromal Tumors. The Oncologist. 2008;13(Suppl 2):4–7

Stand: 24.09.2009
Autor: Torben Riener/Dr. med. Martina Waitz

  • Schriftgröße
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
Adressen und Links
Adressen und Links
Hier finden Sie Adressen und Linktipps zu Organisationen und Selbsthilfegruppen, die sich mit dem Thema GIST befassen.
mehr
Sie befinden sich hier:
  • Home
  • Medizinisches Wissen