GIST sind durch bildgebende Untersuchungen nur selten eindeutig identifizierbar. Sicheren Aufschluss gibt erst die Gewebeuntersuchung.
Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) sind weder an bestimmten Beschwerden noch durch Blutveränderungen oder typische Befunde bei bildgebenden Untersuchungen zuverlässig zu erkennen. Diese geben jedoch Aufschluss über das Ausmaß der Erkrankung und den Erfolg der Behandlung. Für den eindeutigen Nachweis der Tumoren ist eine feingewebliche Untersuchung unerlässlich.
Die Diagnose GIST wird am Ende einer mehrstufigen Untersuchung gestellt. Beschwerden oder ein Zufallsbefund bei einem Arztbesuch aus anderem Grund sollen abgeklärt werden. Einer allgemeinen Untersuchung der Patienten schließen sich bildgebende Verfahren an. Zur Diagnose eines GIST wird zudem eine Gewebeuntersuchung durchgeführt. Die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) vor einer Operation ist in der Regel nicht notwendig, wenn der Tumor einfach entfernt werden kann. In diesem Fall reicht es, den herausoperierten Tumor zu untersuchen.
Bei Patienten, bei denen der Tumor nicht oder nur sehr schwer herausoperiert werden kann, z. B. weil dadurch mehrere Organe entfernt oder teilentfernt werden müssten, kann eine Biopsie durchgeführt werden. Hier wird dann in der folgenden Gewebsuntersuchung die GIST-Diagnose bestätigt. Mit einer dann eingesetzten medikamentösen systemischen Therapie ("neoadjuvante Therapie") über mehrere Monate wurden bei einigen Patienten die GIST-Tumoren so verkleinert, dass sie anschließend in einer Operation sehr gut entfernt werden konnten. Viele Patienten profitieren bei dieser Therapie mit einer besseren Lebensqualität.
Weitere Ausnahmen von oben dargestellter Abfolge kommen bei GIST vor, wenn der Tumor einen notfallmäßigen operativen Eingriff erfordert, etwa weil es zu einer starken inneren Blutung gekommen ist. Dann müssen zunächst die notwendigen chirurgischen Maßnahmen ergriffen werden. Der Tumor wird unter Umständen entfernt, noch bevor genau feststeht, dass eine GIST-Erkrankung vorliegt und welches Ausmaß sie hat. Die entsprechenden Untersuchungen schließen sich in diesen Fällen im Nachhinein an den chirurgischen Eingriff an.
Bildgebende Verfahren dienen dazu, den Tumor sowie eventuell bestehende Absiedelungen sichtbar zu machen. Geschwülste können im Körper lokalisiert und ihre Ausdehnung ebenso wie ihre innere Beschaffenheit bestimmt werden. Unter anderem können bei GIST die folgenden bildgebenden Verfahren eingesetzt werden:
Die Untersuchung einer Gewebeprobe ist das einzige Diagnoseverfahren, das GIST sicher von anderen Erkrankungen unterscheiden kann. Allerdings stellt die Gewebeuntersuchung hohe Anforderungen an den untersuchenden Arzt. Sie sollte daher nach Möglichkeit von Spezialisten vorgenommen werden.
Die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) muss bei GIST mit Bedacht erfolgen. GIST sind in den kleinen Gewebestücken, die mit den üblichen Entnahmenadeln gewonnen werden, nicht immer eindeutig nachzuweisen. Da bei vielen Patienten ohnehin operative Eingriffe notwendig sind, werden im Verlauf der Operationen Gewebeproben entnommen, die eine zuverlässige Diagnose ermöglichen.
Außerdem neigen GIST dazu, Tochtergeschwülste (Metastasen) abzusiedeln. Wird der Tumor z. B. bei einer Biopsie verletzt, kann Gewebe im Körper verschleppt werden. Deshalb wird bei einer geplanten operativen Entfernung des Tumors zuvor keine Biopsie durchgeführt. Die feingewebliche (histologische) Untersuchung wird dann an einem Gewebsstückchen des entnommenen Tumors durchgeführt. Entsprechend kann es von Vorteil sein, Proben aus Tumoren in der Magen-Darm-Wand im Zuge einer Endoskopie vom Inneren der Organe her zu gewinnen.
GIST gehen nach heutigem Wissen von den so genannten interstitiellen Zellen von Cajal oder Vorläuferzellen aus. Diese erscheinen in den Tumoren jedoch oft nicht in ihrer natürlichen Gestalt, sondern sind so stark verändert, dass die mikroskopische Unterscheidung etwa von Muskelzellen sehr anspruchsvoll ist.
Eindeutige Gewissheit über die Natur eines Tumors kann die immunhistologische Untersuchung des Gewebes bringen. Dabei werden Markierungsstoffe genutzt, die gezielt mit bestimmten Eiweißen reagieren. So lässt sich beispielsweise das KIT-Eiweiß nachweisen, das bei der Mehrzahl der GIST-Tumoren zu finden ist.
Mit molekularbiologischen Methoden kann darüber hinaus bestimmt werden, in welchem Bereich eine Erbgutveränderung im Einzelfall vorliegt.
Die Ergebnisse der verschiedenen Untersuchungen ergeben ein Gesamtbild der Erkrankung. Aus diesem kann das optimale Vorgehen bei der Behandlung abgeleitet werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, Risiken abzuwägen und Gefahren frühzeitig zu erkennen. Viele der genannten Untersuchungen werden daher im Verlauf einer Erkrankung wiederholt, um eine Neubewertung vorzunehmen und die Behandlung - falls erforderlich - anzupassen.