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Roter Faden 1: Therapie bei primärem GIST
Dieser Artikel ist Teil des Roten Fadens Roter Faden 1: Therapie bei primärem GIST

Studie zeigt: Unterstützende Therapie mit Tyrosinkinasehemmer vermindert das Rückfallrisiko bei primären GIST

19.03.2010

Eine unterstützende (adjuvante) Therapie mit Tyrosinkinasehemmern kann dazu beitragen, das Risiko von Rückfällen nach einer Tumorentfernung zu vermindern. Dies zeigte eine Studie zur adjuvanten Therapie bei GIST.

Studie zeigt: Unterstützende Therapie mit Tyrosinkinasehemmer vermindert das Rückfallrisiko bei primären GISTDie wichtigste Therapiemaßnahme bei einem gastrointestinalen Stromatumor (GIST) besteht in der operativen Entfernung des Tumors.[1] In bis zu
50 % der Fälle treten jedoch innerhalb von fünf Jahren nach einer Operation erneut GIST-Tumoren auf.[2, 4]

In einer Studie wurde untersucht, ob Tyrosinkinasehemmer als adjuvante Therapie nach einer Tumorentfernung einsetzbar sind, um einem Rückfall (Rezidiv) vorzubeugen. Von einer adjuvanten Therapie spricht man, wenn eine Behandlungsmaßnahme eine andere ergänzen bzw. unterstützen soll.

 

Wissenschaftliche Studie belegt Nutzen adjuvanter Therapie

In einer umfassenden wissenschaftlichen Studie an über 700 GIST-Patienten wurde untersucht, welchen Effekt eine adjuvante Therapie mit einem bestimmten Tyrosinkinasehemmer auf das Rückfallrisiko hat. An der Untersuchung nahmen ausschließlich Personen teil, die wegen eines GIST-Tumors mit einer Größe von über 3 cm Durchmesser operiert wurden. Weitere Voraussetzung für die Studienteilnahme war, dass der Tumor während des Eingriffs vollständig entfernt wurde und keine Anzeichen für einen bereits bestehenden Rückfall vorhanden waren.

Im Verlauf der Untersuchung erhielt eine Gruppe der Teilnehmer ein Jahr lang einen Tyrosinkinasehemmer. Eine Vergleichs­gruppe erhielt im selben Zeitraum ein Placebo, also ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff. Nach Ablauf der zwölf Monate wurden alle Studienteilnehmer im Mittel eineinhalb Jahre lang in regelmäßigen Abständen auf ein erneutes Auftreten von GIST untersucht.

Die Ergebnisse der Studie zeigten: Innerhalb des ersten Jahres entwickelte sich bei 17 % der Teilnehmer in der Placebo-Gruppe erneut ein GIST-Tumor. Demgegenüber erlitten nur 2 % in der Gruppe einen Rückfall, die den Tyrosinkinasehemmer erhielt. Im Mittel eineinhalb Jahre nach Abschluss der Medikamentengabe waren bei 20 % der Placebo-Gruppe, aber nur bei 8 % der Tyrosinkinasehemmer-Gruppe erneut Tumoren aufgetreten. [3]

 

Wirkungsvolle adjuvante Therapie mit Tyrosinkinasehemmern

Unter einer adjuvanten Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer kommt es also nach der Entfernung eines GIST-Tumors zu weniger Rückfällen.[3] Möglicherweise kann der Tyrosinkinasehemmer mikroskopisch kleine Tumorreste, die eventuell nach einer Tumorentfernung im Körper verblieben sind, wirkungsvoll bekämpfen. Damit der Tyrosinkinasehemmer richtig wirken kann, ist es notwendig, dass das Medikament regelmäßig und genau nach Anweisung des Arztes eingenommen wird.[2]

Wenn Sie bereits operiert sind oder operiert werden sollen, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an, ob eine adjuvante Therapie für Sie in Frage kommt.

Wenn Sie mehr über die Teilnahme an einer Studie wissen möchten, lesen Sie auch folgende Beiträge:

Quellen:
[1] Casali PG, Blay JY; ESMO/CONTICANET/EUROBONET Consensus Panel of Experts Gastrointestinal stromal tumours: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up Annals of Oncology 21 (Supplement 5): v98–v102, 2010
[2] Wartenberg M, Reichardt P. Patientenratgeber GIST (Gastrointestinale Stromatumoren). Das Lebenshaus. Selbsthilfe GIST 2007 (2. Auflage)
[3] DeMatteo RP et al. Adjuvant imatinib mesylate after resection of localised, primary gastrointestinal stromal tumour: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial. Lancet 2009; 373: 1097-1104
[4] Rutkowski P: Clinical utility of the new american joint committee on cancer staging system for gastrointestinal stromal tumors: Current Overall Survival After Primary Tumor Resection. Cancer. 2011 Mar 31

Erstellt am: 18.01.2010, aktualisiert am: 22.10.2010
Autoren: Torben Riener/Dr. med. Martina Waitz,
aktualisiert durch Michaela-Spaeth-Dierl

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