therapieunterstützende Maßnahme
Krankheitsgeschichte. Der Arzt erhebt sie, indem er den Patienten u. a. nach der Art, dem Verlauf und der Entstehung seiner Erkrankung befragt.
Blutarmut. Sie entsteht durch einen Mangel an roten Blutkörperchen oder an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) und tritt z. B. nach einem massiven Blutverlust (etwa wenn ein gastrointestinaler Stromatumor (GIST) nach innen blutet) auf.
Zelltod bzw. genetisch (im Erbgut des Menschen) programmiertes Absterben der Zelle. Im menschlichen Körper sterben jeden Tag Milliarden von Zellen auf diese Weise ab. Durch die Apoptose beseitigt der Organismus u. a. nicht mehr benötigte oder schädliche Zellen (z. B. Tumorzellen).
Verabreichung eines Medikamentes oral (Tablette, Saft, Pulver), rektal (Zäpfchen), parenteral (Injektion, Infusion) oder über die Haut (Salbe, Umschlag, Wirkpflaster).
Bei Injektionen unterscheidet man: intravenös (in die Vene), intramuskulär (in den Muskel), intrakutan (in die Haut), subkutan (in das Unterhautfettgewebe), intraperitoneal (in die Bauchhöhle).
Gutartig. Gegenteil: maligne = bösartig
Gutartig. Gegenteil: maligne = bösartig
Medizinische Untersuchung. Der Arzt entnimmt Gewebe aus dem Körper des Patienten, um z. B. die Art eines Tumors (gutartig oder bösartig) zu bestimmen. Das entnommene Gewebe wird zu diesem Zweck im Labor mikroskopisch untersucht und beurteilt.
Spezieller Rezeptor, auch CD117 genannt. Rezeptoren helfen den Zellen - ähnlich einer Antenne - Nachrichten zu "empfangen". Dadurch können sie auf Reize, z. B. Impulse zur Zellteilung, reagieren. Bei GIST ist der c-KIT-Rezeptor derart verändert (mutiert), dass es auch ohne einen Impuls zu einer Zellteilung kommt. Dadurch setzt ein unkontrolliertes Wachstum mutierter Zellen ein.
Der Nachweis veränderter c-KIT-Gene (Erbinformation, die für Aussehen und Funktion des c-KIT-Rezeptors verantwortlich ist) im Tumorgewebe ist ein wichtiges Indiz dafür, dass ein GIST vorliegt. Er wird mithilfe einer Gewebeentnahme aus dem Tumorgewebe und eines anschließenden speziellen Testverfahrens erbracht.
Bei der Chemotherapie handelt es sich um eine systemische (im ganzen Körper wirksame) Behandlung, die u. a. in der Krebstherapie eingesetzt wird. Bei dieser Behandlungsform kommen chemische Substanzen (Zytostatika) zum Einsatz, welche das Wachstum von Krebszellen hemmen und zu deren Absterben führen.
Therapietreue. Bereitschaft des Patienten, im Rahmen einer Therapie mitzuarbeiten. Von einer guten Compliance spricht man, wenn der Patient regelmäßig an Kontrolluntersuchungen teilnimmt und die vom Arzt verordneten Therapieempfehlungen einhält.
Computertomographie. Bildgebendes (röntgen-diagnostisches) Verfahren, bei dem einzelne Körperteile Schicht für Schicht betrachtet werden können.
Festlegung der Wirkstoffmenge pro Woche, Tag, die der Patient einnimmt etc.
Ein Protein in der Zelle. Enzyme katalysieren und steuern den überwiegenden Teil biochemischer Vorgänge im Körper - von der Verdauung bis hin zum Kopieren der Erbinformation.
(engl.) European Society for Medical Oncology: Europäische Gesellschaft der Onkologen. Sie hat zum Ziel, die Vorbeugung, die Erkennung und die Behandlung von Krebserkrankungen zu verbessern. Dazu führt sie unter anderem Weiterbildungen für medizinisches Fachpersonal durch und versucht, das Thema Krebs in der Öffentlichkeit präsenter zu machen.
Rezeptoren sind die „Antennen" der Zellen, die Signale aufnehmen und weiterleiten können. Die Gene dieser Rezeptoren sind in verschiedene Abschnitte unterteilt - die sog. Exons. Am häufigsten findet man bei GIST Mutationen in den Exons 11 oder 9, seltener in den Exons 13 oder 17 des Rezeptors mit dem Namen c-Kit.
Vererbter GIST. Eine Vererbung von den Eltern auf das Kind kann nur erfolgen, wenn das Erbgut der Spermien oder der Eizelle krankhaft verändert ist. Bisher wurden weltweit nur wenige Fälle beschrieben.
Besonders quälende Müdigkeit. Kommt entweder durch die Krebserkrankung selbst oder als Nebenwirkung (und Folge) einer Therapie.
teilweise oder ganze Entfernung des Magens
Erbfaktor. Abschnitt auf der Erbsubstanz DNA. Ein Gen stellt einen Informationsträger für den Bauplan des Körpers dar. Ein c-KIT-Gen trägt beispielsweise die Information, wie der c-KIT-Rezeptor aussehen und funktionieren soll.
Wissenschaft u. Lehre vom Feinbau (und der Funktion) der Körpergewebe. Histopathologie: Lehre von der krankhaften Veränderung der Gewebe.
(engl.) High Power Fields: hoch aufgelöste Felder bzw. Hauptgesichtsfelder. Ein Hauptgesichtsfeld entspricht einem Bildausschnitt einer Gewebeprobe, die bei 400-facher Vergrößerung unter dem Mikroskop zu sehen ist.
Bei der GIST-Diagnostik ermittelt der Pathologe (Facharzt für krankhafte Veränderungen des Körpers und deren Ursachen) die Anzahl der in 50 Bildausschnitten sichtbaren Tumorzellen, die sich im Rahmen des Wachstums- und Zellerneuerungsprozess teilen. Diese standardisierte Vorgehensweise macht die Untersuchungsergebnisse erfass- und bewertbar.
(engl.) Houndsfield: Maßeinheit bei Computertomographie-Untersuchungen zur Bestimmung der Dichte von Tumorgewebe
roter Blutfarbstoff
Darmverschluss. Lebensbedrohliche Unterbrechung der Darmpassage. Man unterscheidet den mechanischen Ileus (Darmverengung bedingt durch ein Hindernis wie einen Tumor oder eine Verwachsung) vom paralytischen (durch eine Darmlähmung ausgelösten) Ileus.
Zusammenarbeit von Medizinern unterschiedlicher Fachrichtungen (Chirurg, Gastroenterologe, Hämato-/Onkologe, Pathologe, Radiologe, Psychoonkologe) bei manchen Tumoren bzw. in bestimmten Patientenfällen.
Fest eingerichtete fachübergreifende Expertenrunden, die regelmäßig gemeinsam die Therapie von Krebserkrankungen beraten, bezeichnet man als Tumorboards, Krebszentren mit interdisziplinärer Ausrichtung als Comprehensive Cancer Centers.
Krebs; bösartige (maligne) epitheliale Geschwulst (Geschwulst der oberen Haut- bzw. Schleimhautschicht)
Bestimmte Form der Enzyme. Enzyme sind aus Eiweiß bestehende Überträger/Botenstoffe, die an biochemische Reaktionen (z. B. die Zellteilung) des Körpers beteiligt sind.
Ein Ligand ist ein körpereigener Stoff bzw. eine Substanz, die sich an ein bestimmtes Eiweiß, beispielsweise einen Rezeptor („Antennen der Zellen"), binden kann. Wenn sich ein Ligand an einen Rezeptor bindet, kann er dadurch weitere Prozesse auslösen.
Bösartig. Gegenteil: benigne = gutartig. Bösartige Tumoren respektieren - im Gegensatz zu gutartigen - nicht die natürlichen Gewebegrenzen, sondern wachsen entweder eindringend (infiltrierend) und/oder zerstörend in andere Gewebe ein und können Absiedlungen (Metastasen) in anderen Körperregionen/Organen bilden.
Absiedlungen (Tochterzellen) eines Tumors, die sich in anderen Köperregionen wie Bauchraum oder in anderen Organen ansiedeln. Bei GIST findet man am häufigsten Metastasen in der Leber.
Zellteilungen. Bei einer Mitose wird die gesamte Erbinformation einer Zelle an zwei Tochterzellen weitergegeben. Der Mitose-Index ist der Wert dafür, wie schnell sich Zellen teilen, und somit auch ein Gradmesser für das Tumorwachstum.
Magnetresonanztomographie/Magnetresonanzimaging, Kernspinresonanztomographie: Verfahren, mit dessen Hilfe sich u. a. Aufnahmen von krankhaften Gewebeveränderungen erstellen lassen. Mediziner setzen es zur Diagnose verschiedenster Erkrankungen ein.
Veränderungen des genetischen Erbgutes (DNA), spontan oder hervorgerufen durch z. B. äußere Einflüsse (Strahlung, Vergiftung, etc.). Mutationen können zu Änderungen oder Verlust der Funktionen von Genen führen und damit die Entwicklung von Zellen beeinflussen.
Unerwünschte Begleiteffekte einer Medikamenteneinnahme. Im Rahmen der Krebstherapie treten Nebenwirkungen teilweise deshalb auf, weil die Medikamente nicht nur Tumorzellen, sondern auch gesunde Körperzellen beeinflussen bzw. beeinträchtigen.
Therapieunterstützende Maßnahme im Vorfeld einer Operation. Bei GIST kommen neoadjuvante Maßnahmen zum Einsatz, um den Tumor vor einer operativen Entfernung zu verkleinern. Dies ist oft nötig, um einen erfolgreichen Eingriff zu ermöglichen.
(engl.) Platelet Derived Growth Factor Receptor Alpha and Beta. In einigen Fällen beruht ein GIST nicht auf einer krankhaften Veränderung des Rezeptors mit dem Namen c-Kit (siehe dort), sondern des Platelet Derived Growth Factor Receptor Alpha and Beta (ein weiterer Zell-Rezeptor).
Positronen-Emissions-Tomographie: Verfahren, mit dessen Hilfe sich u. a. Aufnahmen von krankhaften Gewebeveränderungen erstellen lassen.
Dabei wird eine schwach radioaktiv markierte Substanz verabreicht und die Verteilung der Substanz im Gewebe dargestellt. Je nach Aktivität des Gewebes, lagert sich mehr oder weniger Substanz an. Mithilfe der PET können Mediziner so die Stoffwechselaktivität von Tumorgewebe (also die „Tumorlebensaktivität") messen.
Die PET wird bei GIST v. a. eingesetzt, um die Therapie zu überwachen und den Therapieerfolg zu beurteilen. Das Verfahren ermöglicht es zudem, die genaue Lage und die Ausbreitung des Tumors im Körper festzustellen.
Erstgeschwulst/ -tumor. Der erste Tumor bei einer Krebserkrankung. Er kann Ausgangspunkt weiterer bösartiger Tumoren (Absiedlungen bzw. Metastasen) in anderen Organen sein.
Fortschreiten der Erkrankung - der Tumor des Patienten oder der Verlauf ist progredient. Progress kann lokal (also örtlich) oder systemisch (ganzheitlich) auftreten.
Vermindern sich die Symptome einer Krebserkrankung oder gehen sie vorübergehend vollständig zurück, sprechen Mediziner von einer Remission. Sie ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer Heilung.
Entfernung, z. B. eines Tumors
Nicht-Ansprechen des Tumors auf einen Wirkstoff.
Als Wirkstoff bezeichnet man einen Stoff, der in lebendigen Organsystemen eine biologische Wirkung erzeugt. Meist genügen bereits geringe Wirkstoffmengen, um einen Effekt zu erzielen. Bei einer sog. Resistenz entfaltet der Wirkstoff nicht die erhoffte Wirkung.
Insbesondere bei spät entdeckten Krebsarten kann es vorkommen, dass nach der Erstbehandlung des Krebses im Laufe der Zeit ein Rückfall = Rezidiv auftritt. Das Rezidiv kann am Ort des Ersttumors entstehen (Lokalrezidiv) oder als Absiedlungen in anderen Organen = Metastasen oder Tochtergeschwülste.
Sarkome stellen eine Gruppe bösartiger Tumoren dar, die vom Binde-, Stütz- und Weichteilgewebe ausgehen. Zu den Binde- und Stützgeweben gehören u. a. Bänder oder Muskeln, zu den Weichteilgeweben z. B. Fettgewebe. Bei GIST handelt es sich um ein Sarkom.
Botenstoff. In einer normal funktionierenden Zelle mit c-Kit-Rezeptor (siehe dort) bindet ein Stammzellfaktor an den äußeren Teil der Rezeptoren. Dadurch kommt es zu einer Signalsendung, die eine Zellteilung bzw. -wachstum verursacht und für das Überleben der Zelle sorgt.
Enzyme bzw. Biokatalysatoren, die als Schalter für verschiedene Zellaktivitäten dienen. Gesunde Zellen besitzen Antennen (Rezeptoren), die sich in der Zellwand befinden. Sie können von außerhalb der Zelle kommende Signale aufnehmen und an die Zelle weitergeben. Bekommt der Rezeptor ein Signal von einem Botenstoff (ein sog. Stammzellfaktor), aktiviert er die Tyrosinkinase. Diese gibt ihrerseits Signale in das Zellinnere bis zum Zellkern weiter.
Auch als Interaktivität bezeichnet. Gegenseitige Beeinflussung von Medikamenten in ihrer Wirkung. So kann sich die Konzentration eines Medikaments im Blutplasma (Plasmaspiegel) durch die Einnahme eines anderen Medikaments erhöhen oder senken.