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Bildgebung in der Diagnostik von GIST

Bildgebende Verfahren ermöglichen das frühzeitige Erkennen von gastrointestinalen Stromatumoren (GIST). Die Computertomographie ist in der GIST-Diagnostik derzeit die Methode der ersten Wahl.

Bildgebung in der Diagnostik von GIST Etwa ein Drittel aller GIST-Betroffenen leidet nicht unter Beschwerden, wenn die Krankheit zufällig bei einer Operation oder einer Untersuchung zu anderem Zweck entdeckt wird. Ein weiteres Drittel der Patienten geht wegen kleinerer Beschwerden zum Arzt. Alle anderen GIST-Patienten haben bei Diagnose bereits einen großen Tumor, der deutliche Symptome verursacht.

Generell wird der Arzt bei gastrointestinalen Beschwerden (griech. gaster = Magen; lat. intestinum = Darm) in der Regel zunächst eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) oder eine Magen-Darm-Spiegelung (Endoskopie) vornehmen. Findet er hierbei noch keine ausreichende Erklärung für die Symptome, oder entsteht bei der Untersuchung der Verdacht auf einen Tumor im Bauchraum, wird eine Computertomographie (CT) durchgeführt. Dieses bildgebende Verfahren eignet sich besonders für die Darstellung des Bauchraumes und der inneren Organe [2].

Auch die Erstdiagnostik von GIST werden diese Untersuchungen angewandt [3]. Weitere bildgebende Diagnoseverfahren, die Tumore im Bauchraum sichtbar machen können, sind die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Positronen-Emissionstomographie (PET). Sowohl CT-, MRT- als auch PET-Untersuchungen sollten von einem Radiologen durchgeführt werden, der mit GIST Erfahrung hat [1].

 

So werden die diagnostischen Untersuchungen bei GIST durchgeführt

Die CT-Untersuchung ist eine spezielle Röntgenuntersuchung, bei der schichtweise Bilder des Brust- und Bauchraumes angefertigt werden. Die Untersuchung dauert in der Regel nur circa fünf Minuten. Die Patienten erhalten zuvor ein Kontrastmittel (zum Trinken oder gespritzt), das dem Arzt hilft, den Magen-Darmtrakt auf dem Ergebnisbild besser zu sehen. Der Patient muss ab vier Stunden vor der Untersuchung nüchtern sein.

Bei der MRT-Untersuchung liegt der Patient für etwa 30 Minuten in einer Röhre mit einem Magnetfeld. Es entstehen ebenfalls schichtweise Bilder des Körperinneren. Der Körper ist dabei keiner Strahlenbelastung ausgesetzt wie bei der CT-Untersuchung. Das Verfahren ist wegen des Magnetfeldes nicht für Menschen mit Herzschrittmacher geeignet.

Bei einer PET-Untersuchung wird dem Patienten ein radioaktiv markierter Traubenzucker in die Vene gespritzt. Während das Gerät die Aufnahmen macht, muss der Patient für etwa 30 Minuten ruhig liegen; ab 6–12 Stunden vor der Untersuchung darf er nichts mehr essen oder trinken.

 

Einsatz und Nutzen der verschiedenen Diagnoseverfahren

  • CT:  Die am häufigsten eingesetzte Methode für die Erstdiagnostik eines GIST ist die CT-Untersuchung [2]. Ihr kommt die größte Bedeutung für die Diagnostik, die Verlaufskontrolle und Nachsorge zu [3].
  • MRT: Die MRT-Untersuchung wird bei GIST seltener angewendet. Sie hat zwar den Vorteil, dass für den Patienten keine Strahlenbelastung entsteht. Doch mit ihr ist es beispielsweise nicht möglich, Metastasen im Bauchraum nachzuweisen [1]. Die Methode eignet sich jedoch besonders gut zum Abklären von Krebsherden in der Leber, im Beckenbereich und neben dem Enddarm. Auch bei Kontrastmittelunverträglichkeit weicht man auf das MRT aus. Allein bei GIST am Enddarm (Rektum) ist die MRT-Untersuchung die Methode der ersten Wahl, insbesondere für die Planung einer Operation.
  • PET: Bei der PET-Untersuchung nutzt man den erhöhten Zuckerstoffwechsel der Krebszellen, um sie sichtbar zu machen. Dem Patienten wird ein Traubenzucker verabreicht. An diesen Zucker ist eine radioaktive Substanz gekoppelt. Der Körper transportiert den Zucker in stoffwechselaktive Bereiche, vorwiegend in die Organe und in die aktiven Tumorzellen. Mit einer speziellen Kamera werden Bilder gemacht, die die Orte der radioaktiven Strahlung zeigen. Ein PET wird nur zusätzlich zu einem CT gemacht, zum Beispiel um unklare Befunde genauer anzuschauen und abzuklären [1].
    Aus einer PET-Untersuchung allein kann selten eine Krebsdiagnose gestellt werden. Denn auch entzündetes Gewebe reichert unter Umständen mehr Radioaktivität an als gesunde Zellen [2]. Die Untersuchung wird derzeit nicht von der gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Und wenn der Arzt eine Geschwulst findet?

Erst die Untersuchung von Gewebeproben bringt Klarheit über die Diagnose [4]. Dafür entnimmt der Arzt eine kleine Probe des verdächtigen Gewebes. Dieses wird dann von einem Gewebespezialisten (Pathologen) untersucht. Aufgrund der Merkmale unter dem Mikroskop kann dieser genau sagen, ob und um welche Art von Krebs es sich handelt. Danach richtet sich das weitere Vorgehen in der Therapie.

Quellen:
[1] Protokoll des 5. Treffen der GIST-Selbsthilfegruppe Schweiz, Zürich, 18. April 2008
[2] Patientenratgeber GIST, Hrsg. Das Lebenshaus e.V., Bad Nauheim, 2. Auflage, 2007
[3] Empfehlungen der Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen: Gastrointestinale Stromatumore (GIST), Stand Juni 2011
[4] Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz), Heidelberg

Erstellt am: 12.6.2012
Autorin: Cornelia Dietz
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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