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Positronenemissionstomographie (PET) bei GIST

19.09.2013

Die Positronenemissionstomographie (PET) ist ein bildgebendes Untersuchungsverfahren, mit dem Stoffwechselvorgänge in den Zellen des Körpers sichtbar gemacht werden können.

Positronenemissionstomographie (PET) bei GISTMit bildgebenden Untersuchungsverfahren, wie beispielsweise dem Röntgen, werden Aufnahmen von Organen und Geweben des Körpers gemacht. Auch die Positronenemissionstomographie (PET) zählt zu den bildgebenden Untersuchungsverfahren.

Während das Röntgen- und das CT-Gerät Röntgenstrahlen verwenden, um Körpergewebe sichtbar zu machen, nutzen Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT) und PET andere physikalische Prinzipien, um Gewebe und Strukturen des Körpers darzustellen.

 

Wie funktioniert die PET?

Bei der PET-Aufnahme werden radioaktiv markierten Substanzen (radioaktive Tracer) verwendet, um Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar zu machen. Der Tracer kann beispielsweise ein radioaktiv markierter Traubenzucker sein.

Beim Zerfall der radioaktiven Tracer werden Positronen frei, die eine schwache Strahlung (= Energie) abgeben, wenn sie mit den Elektronen von Zellen reagieren. Diese freiwerdende Energie wird von einem so genannten Detektor gemessen und der Computer des PET-Systems berechnet daraus Bilder. [1]

 

Welchen Vorteil hat die PET?

Die PET nutzt die Tatsache, dass Tumorzellen in der Regel mehr Zucker (Glukose, Traubenzucker) für ihren Energiestoffwechsel als gesunde Zellen verbrauchen. Deshalb wird in der Onkologie, so auch bei GIST, vorwiegend Traubenzucker eingesetzt, der mit radioaktivem Fluor markiert ist (Fluor-18-Desoxyglucose, FDG). Es können aber auch andere radioaktiv markierte Substanzen verwendet werden, die im Stoffwechsel der jeweiligen Tumorzellen eine besondere Bedeutung haben oder solche, die nur an Tumorzellen binden.

Je aktiver der Stoffwechsel in der Zelle eines Gewebes ist, desto mehr radioaktiv markierter Traubenzucker wird von der Zelle aufgenommen. In der Folge reichert sich der Tracer an und gibt mehr Strahlung ab. Die Unterschiede im Energiestoffwechsel zwischen Tumor/Metastase und gesundem Gewebe, lassen sich dann auf den PET-Bildern gut erkennen.

Die meisten Tumoren sind mit der PET sehr genau darstellbar. Auch eine Ausbreitung des Tumors in andere Körperregionen (Metastasierung) ist hiermit gut erkennbar. Die Strahlenbelastung der Untersuchung ist gering, denn es reichen sehr kleine Mengen an radioaktiven Substanzen aus. Außerdem werden Tracer gewählt, die im Körper sehr rasch zerfallen bzw. rasch ausgeschieden werden. [1] Ein weiterer Vorteil gegenüber der Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspin) ist, dass keine Magnetfelder verwendet werden. Deshalb können je nach medizinischer Fragestellung mit der PET z. B. auch Personen mit Herzschrittmacher untersucht werden, für die eine MRT nicht geeignet wäre.

 

Wo sind die Grenzen der PET?

Da auch entzündetes Gewebe einen erhöhten Zuckerumsatz bzw. erhöhten Energiestoffwechsel hat, liefern PET-Bilder nicht prinzipiell den sicheren Beleg, dass ein Tumor vorhanden ist. Auffällige Anreicherungen des radioaktiv markierten Traubenzuckers weisen also lediglich auf eine gesteigerte Stoffwechsellage hin.

Es gibt auch Tumoren, die sogar einen verringerten Energiestoffwechsel haben. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Körper versucht das Tumorgewebe durch Bindegewebe oder Kalk abzukapseln. Auch wenn ein großer Tumor zerfällt, verringert sich sein Zuckerumsatz.
Generell ist in Geweben, in denen ein geringer oder kein Stoffwechsel mehr vorhanden ist, die Aufnahme von Traubenzucker in die Zellen entsprechend vermindert. Hierzu zählen auch Narbengewebe oder absterbende Zellen. Damit Ärzte zwischen einem Tumor, einer Entzündung, absterbendem Gewebe oder einer Narbe unterscheiden können, müssen sie die gesamte gesundheitliche Situation des Patienten betrachten. Eventuell sind für die Abklärung dieser Frage zusätzliche Untersuchungen notwendig, wie etwa die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie). [2]

 

Wie läuft eine PET-Untersuchung ab?

Vor der PET-Untersuchung wird dem Patienten eine schwach radioaktive Substanz (Tracer) in eine Vene gespritzt. Meist handelt es sich um einen mit radioaktivem Fluor markierten Traubenzucker. Dieser verteilt sich über die Blutbahn und wird von den Zellen des Körpers aufgenommen. Der Patient legt sich dann auf eine Liege unter die Untersuchungseinheit des PET. Nach einer bestimmten Zeit, die davon abhängt, wie schnell sich der Tracer im Körper verteilt, wird dann die Messung durchgeführt.

Der radioaktiv markierte Tracer gibt bei seinem raschen Zerfall Positronen ab. Ein Detektor misst die freiwerdende Energie (Strahlung) und ein Computer berechnet dann Bilder einzelner Gewebe und Organe anhand der zeitlichen und räumlichen Verteilung der gemessenen Strahlung. Auf den Bildern zeigen sich Gewebe mit hoher Energiefreisetzung (Strahlung), zu denen übrigens auch das Gehirn und das Herz zählen, als besonders dunkle Bereiche (schwarz-weiß PET) bzw. leuchtende Flecken (farbiges PET). [2]

 

Welchen Stellenwert hat die PET bei GIST derzeit?

Die Untersuchung mittels PET, oder eine Kombination aus PET und Computertomographie (PET/CT), erfolgt nur durch spezialisierte Fachärzte für Nuklearmedizin. Derzeit ist die PET in der Onkologie kein Standardverfahren. Sie ist nur ausgewählten Tumorarten und der Klärung besonderer Fragen vorbehalten. Da die PET sehr aufwendig und teuer ist, wird sie derzeit nur in bestimmten Fällen von den Krankenkassen bezahlt. [1]

Zur Erstdiagnose von GIST sowie zur Therapie-Verlaufskontrolle und zur Nachsorge wird neben anderen Methoden die Computertomographie (CT) als bildgebendes Verfahren eingesetzt. In Einzelfällen können PET-Untersuchungen hilfreich sein: Beispielsweise um frühzeitig zu beurteilen, ob der Tumor auf eine medikamentöse Behandlung anspricht oder nicht. Auch die Ausbreitung von Tumoren (Metastasierung) und die Unterscheidung, ob Gewebeveränderungen gutartig oder bösartige sind, lassen sich mit der PET in bestimmten Fällen ergänzend zum CT feststellen. [3]

Quellen:
[1] Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst
http://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchung/pet.php (besucht am 21.08.2012)
[2] Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst
http://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchung/pet-technik.php besucht am 21.08.2012)
[3] Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO). Leitlinie Gastrointestinale Stromatumore (GIST) www.dgho-onkopedia.de (besucht am 21.08.2012)
Erstellt am: 21.08 2012
Autor: Dr. Ruth Wissler
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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