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GIST-Diagnose: eine Aufgabe für mehrere Spezialisten

24.09.2012

Bei der GIST-Diagnostik sind häufig viele unterschiedliche Spezialisten beteiligt, da es keine typischen Beschwerden gibt. Ist der GIST nachgewiesen, werden für die optimale Therapie alle Befunde berücksichtigt.

GIST-Diagnose: eine Aufgabe für mehrere SpezialistenGastrointestinale Stromatumoren (GIST) können von der Speiseröhre bis zum Darmausgang in jedem Teil des Magen-Darm-Traktes auftreten. Je nachdem wo sie vorkommen, können sie ganz unterschiedliche Beschwerden verursachen. Manche GIST lösen keine Symptome aus und werden zufällig bei Routine­unter­suchungen entdeckt. Daher gibt es auch keine bestimmte Abfolge von Untersuchungen zur Diagnose von GIST [1]. Sie richtet sich vielmehr nach den jeweiligen Beschwerden und erfordert daher häufig verschiedene Spezialisten: vom Fachmann für den Magen-Darm-Trakt (Gastroenterologe) über den Spezialisten für bildgebende Verfahren (Radiologe) bis hin zum Pathologen. Erst dieser Facharzt kann den GIST anhand einer feingeweblichen Untersuchung letztlich nachweisen.

 

Der Hausarzt: Denkt an alles und grenzt ein

Der Hausarzt ist oft der erste Ansprechpartner bei Beschwerden. Durch gezielte Fragen verschafft er sich einen Eindruck von den bisherigen Erkrankungen und den aktuellen Beschwerden. Anschließend führt er eine gründliche körperliche Untersuchung durch. So kann sich der Arzt einen Überblick über den allgemeinen Gesundheitszustand verschaffen und die möglichen Ursachen der Beschwerden eingrenzen.

Für Ärzte und Apotheker

Fachinformationen zur Diagnostik bei GIST

Im Anschluss folgt in der Regel eine Blutuntersuchung. Zwar gibt es keine Blutwerte, die GIST direkt nachweisen können. Andere Erkrankungen können dadurch aber ausgeschlossen werden und so mögliche Ursachen der Beschwerden weiter eingegrenzt werden. Je nach Spezialisierung kann der Hausarzt die weiteren erforderlichen Untersuchungen selbst durchführen, oder er überweist den Patienten an einen Spezialisten.

 

Der Gastroenterologe: Fachmann für den Magen-Darm-Trakt

Beschwerden wie Erbrechen oder Auffälligkeiten beim Stuhlgang lassen sich gut dem Magen-Darm-Trakt zuordnen. Die weitere Abklärung übernimmt dann häufig ein Gastroenterologe. Er kann den Magen-Darm-Trakt durch endoskopische Verfahren (griech. endon = innen; skopein = beobachten) von innen untersuchen [2].

Zu diesen Verfahren gehören z. B. die Magenspiegelung (Gastroskopie) oder die Dickdarmspiegelung (Koloskopie). Auffällige Befunde oder Veränderungen bis zu einer bestimmten Größe können dabei gleich entfernt werden. Andernfalls werden Gewebsproben entnommen und der Befund für eine spätere Operation markiert.

Um den Dünndarm von innen zu untersuchen, gibt es kleine Kameras, die wie eine Tablette geschluckt werden. Diese Kamera wird mit der Nahrung durch den Magen-Darm-Trakt befördert und fotografiert den Dünndarm dabei. So können auch Tumoren im Dünndarm gefunden werden.

 

Der Radiologe: Experte für Ultraschall, Röntgen & Co

Zu den bildgebenden Verfahren gehören sämtliche Untersuchungen, die dem Arzt Ansichten vom Inneren des Körpers liefern, die nicht durch die Endoskopie dargestellt werden können. Die Methoden reichen vom Ultraschall bis hin zur Kernspintomografie (MRT). Sie können durchgeführt werden, um die Ursache von Beschwerden zu entdecken, auffällige Befunde anderer Untersuchungen gezielt weiter abzuklären oder den Behandlungserfolg zu kontrollieren [2].

 

Der Pathologe: Liefert den Beweis

Neben GIST gibt es noch andere Tumoren, die im Magen-Darm-Trakt vorkommen. Sie zu unterscheiden, ist sehr wichtig für die Therapie: Während bei GIST z. B. Medikamente wie Tyrosinkinasehemmer eingesetzt werden, gelten für Magen- oder Darmkrebs ganz andere Therapieempfehlungen. Sicher unterscheiden kann man die verschiedenen Tumoren nur unter dem Mikroskop [2]. Das ist die Aufgabe des Pathologen. Er kann anhand von weiteren Merkmalen auch feststellen, wie aggressiv der Tumor ist. Aggressivere Tumoren treten nach vollständiger Entfernung häufiger erneut auf (Rezidiv) oder bilden Tochtergeschwulste (Metastasen).

Alle Untersuchungen zusammen ergeben ein Gesamtbild der Erkrankung. Aus diesem kann das optimale Vorgehen bei der Behandlung abgeleitet werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, Risiken abzuwägen und Gefahren frühzeitig zu erkennen. Viele der genannten Untersuchungen werden daher im Verlauf einer Erkrankung wiederholt, um eine Neubewertung vorzunehmen und die Behandlung – falls erforderlich – anzupassen.

Quellen:
[1] http://www.dgho-onkopedia.de/onkopedia/leitlinien/gastrointestinale-stromatumore-gist, zuletzt besucht am 21.06.2012
[2] Reichardt P: Gastrointestinale Stromatumoren (GIST). 1. Auflage – Bremen: UNI-MED, 2006. ISBN 3-89599-894-X

Erstellt am: 16.07.2008
Aktualisiert am: 21.06.2012
Autoren: Jan Groh, Dr. Sonja Hermeneit
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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