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Wann ist ein GIST primär, wann fortgeschritten?

Ein GIST kann zum Zeitpunkt der Diagnose noch lokal begrenzt sein und gilt dann als primär oder er ist bereits fortgeschritten. Vom Stadium, in dem sich die Krankheit befindet, hängt die weitere Therapieplanung ab.

Wann ist ein GIST primär, wann fortgeschritten?Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) sind sogenannte Sarkome, also bösartige Geschwülste, die vom Binde-, Stütz- und Weichteilgewebe ausgehen. Sie haben ihren Ursprung im Magen-Darm-Trakt, wobei vor allem Magen und Dünndarm von der Krankheit betroffen sind [1].

Der Tumor entwickelt sich schleichend und ruft anfangs keine oder nur geringe, meist unspezifische Symptome hervor wie Schmerzen, Übelkeit, Verstopfungen oder Blutungen. Daher bleibt ein GIST im frühen Stadium oft unbemerkt, wenn er nicht zufällig bei Routineeingriffen oder -untersuchungen entdeckt wird [2]. Bei der Diagnose sind demzufolge nur etwa die Hälfte der GIST in ihrer Ausbreitung örtlich begrenzt, während die andere Hälfte der Patienten bereits Metastasen aufweist [3].

 

Der primäre GIST ist lokal begrenzt

Ein gastrointestinaler Stromatumor wird dann als primärer GIST bezeichnet, wenn er die folgenden Voraussetzungen erfüllt:

  • Der Tumor ist auf einen bestimmten Bereich begrenzt, hat also noch keine Tochtergeschwülste (Metastasen) im Körper gebildet.
  • Der Tumor ist – soweit dies mit derzeitigen Untersuchungsmethoden beurteilt werden kann – chirurgisch vollständig entfernbar.
  • Der Tumor wurde nicht bereits in einer vorangegangenen Operation entfernt und hat sich im Anschluss wieder neu gebildet (Rezidiv).

Um die Größe und Ausbreitung eines GIST abzuschätzen, kann Ihr Arzt verschiedene bildgebende Verfahren nutzen [2, 3, 4]. Hierzu gehören, neben Magen-Darm-Spiegelung (Endoskopie) oder Ultraschalluntersuchung (Sonographie), moderne Methoden wie die Computertomographie (CT), die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Durch diese Verfahren lassen sich auch eventuell vorhandene Tochtergeschwülste aufspüren.

Wenn Ihr Arzt auf Grundlage dieser Untersuchungen den Tumor als primär einstuft, besteht die Standardtherapie in der Operation. Ziel ist es dabei, die Geschwulst vollständig zu entfernen. Je nachdem wie hoch das Risiko eingeschätzt wird, dass der Tumor trotz chirurgischer Entfernung wieder auftritt, kann im Anschluss an die Operation eine unterstützende medikamentöse Therapie in Betracht kommen.

 

GIST werden oft erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt

GIST verursachen oft über eine lange Zeit keine oder nur geringe Beschwerden. Bei vielen Patienten kann der Tumor deshalb nicht mehr vollständig entfernt werden, weil er zum Zeitpunkt der Diagnose bereits in die Umgebung eingewachsen ist oder Metastasen gebildet hat. Dieses Stadium wird als fortgeschrittener GIST bezeichnet. Darunter fallen auch GIST, bei denen es nach einer operativen Entfernung des Tumors zu einem Rückfall (Rezidiv) gekommen ist.

Bei Patienten mit fortgeschrittenem GIST ist in aller Regel eine medikamentöse Therapie erforderlich. So lassen sich durch eine zielgerichtete Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern in vielen Fällen das Wachstum von Tumor und Metastasen aufhalten oder die Geschwülste sogar verkleinern. Dies kann dazu führen, dass ein großer, zunächst inoperabler Tumor nach der medikamentösen Behandlung besser operiert werden kann [3].

 

Uneinheitliche Tumoren erfordern individuelle Therapie

GIST im fortgeschrittenen Stadium sind sehr heterogen, was ihre Größe und Ausbreitung betrifft. Außerdem können für den Ausbruch der Krankheit unterschiedliche Veränderungen des Erbguts (Mutationen) verantwortlich sein. Dies wiederum hat Einfluss auf die Wirksamkeit der Behandlung. Eine sogenannte Mutationsanalyse kann dabei helfen, die weitere Entwicklung des Tumors und sein Ansprechen auf eine Behandlung abzuschätzen.

Es gibt demzufolge keine allgemeingültige Vorgehensweise bei der Behandlung fortgeschrittener GIST. Die Therapie muss vielmehr individuell geplant werden, um den optimalen Erfolg und damit auch eine möglichst hohe Lebensqualität zu erreichen. Wenden Sie sich also bitte an Ihren behandelnden Arzt, der Sie entsprechend beraten und eine speziell auf Sie abgestimmte Therapie einleiten wird.

Quellen:
[1] http://www.daslebenshaus.org/gist-verstehen (zuletzt besucht am 30.11.2017)
[2] http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/weitere-tumorarten/gist.php#inhalt15 (zuletzt besucht am 30.11.2017)
[3] Wartenberg M, Reichardt P. Patientenratgeber GIST (Gastrointestinale Stromatumoren). Das Lebenshaus 2007 (2. Auflage).
[4] http://www.dgho-onkopedia.de/onkopedia/leitlinien/gastrointestinale-stromatumore-gist#klinik-prognose (zuletzt besucht am 30.11.2017)

Erstellt am: 27.07.2012
Autor: Stefan Oetzel
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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