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GIST - Ein seltener Tumor

In Deutschland erkranken pro Jahr rund 800 bis 1.200 Menschen neu an GIST. Damit ist der Krebs etwa 100-mal seltener als Brust- oder Prostatakrebs.

Alter Mann am StrandGastrointestinale Stromatumoren (GIST) stellen mit deutschlandweit ca. 800 bis 1.200 Neuerkrankungen pro Jahr eine vergleichsweise seltene Krebsform dar. Männer sind geringfügig häufiger betroffen als Frauen. Mehr als die Hälfte der Tumoren entstehen im Magen, knapp ein Drittel im Dünndarm. Die Speiseröhre, die Bauchhöhle oder Organe außerhalb des Bauchraums sind nur selten Ausgangspunkt der Erkrankung.

Wie häufig ist GIST?

800 bis 1.200 Neuerkrankungen an GIST pro Jahr bedeuten, dass von jeweils einer Million Einwohnern zehn bis 15 pro Jahr von der Erkrankung befallen werden. Verglichen mit den beiden häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland, dem Brust- und dem Prostatakrebs, die pro Jahr zusammen bei rund 100.000 Menschen neu auftreten (55.000 Brustkrebsfälle bei Frauen, 45.000 Prostatakrebsfälle bei Männern), sind GIST also etwa 100-mal seltener. Die aktuellen Angaben sind jedoch nicht besonders genau. GIST haben erst in den 1990er Jahren als eigenständiges Krankheitsbild größere Aufmerksamkeit gefunden. Viele Erkrankungsfälle wurden zuvor unter anderen Diagnosen erfasst. Erst seit etwa zehn Jahren gibt es Statistiken, die GIST verlässlich ausweisen. Genaue Untersuchungen zur Häufigkeit von gastrointestinalen Stromatumoren in Deutschland aus diesem Zeitraum liegen bisher jedoch nicht vor. Die allgemein akzeptierten Zahlenangaben beziehen sich auf Studien aus Südschweden, Island und den Niederlanden, deren Ergebnisse auf die Bundesrepublik übertragen wurden.

 

In welchem Alter tritt GIST auf?

In der Regel erkranken Menschen erst nach dem 40. Lebensjahr an GIST. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei etwa 60 Jahren. GIST-Erkrankungen im Kindesalter sind extrem selten. Weltweit wurden bisher nur gut 20 Fälle von GIST bei Kindern registriert.

 

Männer sind geringfügig häufiger betroffen

Untersuchungen haben gezeigt, dass von 20 Erkrankungsfällen elf auf Männer und neun auf Frauen entfallen. Warum dieser Unterschied besteht, ist nicht bekannt.

 

Wo tritt GIST auf?

Rund 13 von jeweils 20 GIST-Erkrankungen gehen vom Magen aus, etwa 5 von 20 Erkrankungen vom Dünndarm. Die restlichen GIST-Fälle verteilen sich auf die Speiseröhre (Ösophagus), den Dickdarm (Kolon) und den Enddarm (Rektum). Andere Strukturen in der Bauchhöhle, die Knochen, die Lunge oder die Haut sind nur sehr selten Ausgangspunkt des Krebses.

 

Wie groß sind die Tumoren bei ihrer Entdeckung?

GIST verursachen oft nur geringe Beschwerden. Die Tumoren werden daher vielfach erst spät bemerkt und diagnostiziert. Das führt dazu, dass nur etwa drei von zehn Geschwülsten bei der Entdeckung einen Durchmesser von weniger als 5 cm aufweisen. Sieben von zehn Tumoren sind zu diesem Zeitpunkt bereits größer als 5 cm im Durchmesser.

 

Wie häufig haben GIST bei ihrer Entdeckung bereits gestreut?

Ob ein gastrointestinaler Stromatumor bei seiner Entdeckung bereits gestreut hat oder nicht, ist von weit reichender Bedeutung für die Behandlung der Erkrankung. Hat der Krebs noch keine Tochtergeschwülste (Metastasen) abgesiedelt, kann versucht werden, ihn durch eine Operation vollständig zu heilen. Finden sich hingegen bereits Absiedelungen, zielt die Therapie auf ein langes Leben mit der Erkrankung ab. Bei zwei bis drei von jeweils zehn GIST-Patienten hat der Tumor bei seiner Entdeckung bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) abgesiedelt.

 

Quelle: Nach Informationen der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V., der Fachzeitschrift Annals of Oncology, "Das Lebenshaus e. V." u.a.

Stand: 16-07-2008
Autor: Jan Groh
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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