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Krankheitsmerkmale weisen auf leichten oder schweren Verlauf von GIST hin

Faktoren, die das Risiko erhöhen, an GIST zu erkranken, sind nicht bekannt. Bestimmte Krankheitsmerkmale weisen jedoch auf einen schweren oder leichten Verlauf hin.

FamilienidylleBisher sind keine Faktoren bekannt, die das Risiko erhöhen, an gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) zu erkranken. Die Größe des Tumors bei seiner Entdeckung, die Häufigkeit von Zellteilungen im Krebsgewebe oder das Vorhandensein von Tochtergeschwülsten (Metastasen) deuten jedoch auf einen tendenziell schwereren Krankheitsverlauf hin.

GIST tritt meist erst im Alter auf

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) treten überwiegend bei Menschen im fortgeschrittenen Alter auf. Im Durchschnitt sind die Betroffenen zum Zeitpunkt der Diagnose etwa 60 Jahre alt. Ebenso sind Männer im Verhältnis elf zu neun häufiger betroffen als Frauen. In gewissem Sinne können deshalb ein höheres Lebensalter und männliches Geschlecht als Risikofaktoren für GIST angesehen werden. Keiner der beiden Faktoren lässt sich jedoch beeinflussen, so dass sich keine Handlungsmöglichkeiten zur Vorbeugung von GIST ergeben.

 

Kann GIST vererbt werden?

Nach heutigem Wissenstand wird GIST bzw. die Anfälligkeit für die Erkrankung - von seltenen Ausnahmen abgesehen - nicht vererbt. Zwar wird der Krebs durch Veränderungen im Erbgut (Mutationen) ausgelöst, diese betreffen in der Regel jedoch nicht die Keimzellen. Sie werden deshalb nicht an Nachkommen weitergegeben. Bisher wurden weltweit nur rund 20 Fälle identifiziert, in denen die GIST-auslösenden Mutationen vererbt wurden. Diese Familien stellen extrem seltene Sonderfälle dar.

 

Risikobewertung

Entgegen früheren Einschätzungen werden heute alle GIST-Erkrankungen als potenziell bösartig angesehen, selbst wenn die Tumoren bei ihrer Entdeckung noch sehr klein sind und sich scheinbar gutartig verhalten. Der weitere Verlauf von GIST hängt von verschiedenen Einflussgrößen ab. Für die Risikobewertung sind die Tumorgröße und die Zellteilungsaktivität entscheidend.

 

Zeitpunkt der Diagnose

Der wichtigste Faktor, der Hinweise auf die Behandlungsaussichten liefert, ist der Zeitpunkt der Diagnose. Wird der Tumor entdeckt, bevor er Tochtergeschwülste abgesiedelt hat, besteht die Möglichkeit, die Krankheit durch eine Operation mit anschließender Nachbehandlung endgültig zu heilen.

Finden sich hingegen bereits Metastasen im Körper, ist keine Heilung der Erkrankung möglich. Moderne Medikamente - eventuell in Kombination mit operativen Eingriffen - ermöglichen in vielen Fällen, die Krankheit zurückzudrängen, so dass viele Betroffene ein Leben mit GIST führen können.

 

Rückfallrisiko

Gastrointestinale Stromatumoren neigen zu Rückfällen. Viele Faktoren werden diskutiert, die zu einem erhöhten Risiko der Metastasenbildung führen können. Die beiden häufigsten genannten sind die Tumorgröße des Primärtumors und die Zellteilungsrate des Krebsgewebes. Das gilt auch für Krankheitsfälle, die noch vor der Absiedelung von Tochtergeschwülsten entdeckt und mit optimalem Ergebnis operiert wurden. Je größer die Geschwulst und je häufiger die Zellteilungen, desto größer ist die Gefahr, dass der Krebs zurückkehrt. Zusätzlichen Einfluss hat der Entstehungsort des Tumors. So neigen z. B. GIST im Darmbereich stärker zu Rückfällen als GIST im Magen.

 

Gestreute GIST

Gestreute gastrointestinale Stromatumoren können mit heute verfügbaren Behandlungsverfahren nicht vollständig geheilt werden. Diese Tumoren haben in der Regel eine schlechtere Langzeitprognose als Primärtumore ohne Tochtergeschwulstbildung.

 

Mutationen

In den meisten Fällen geht die GIST-Erkrankung auf Veränderungen am so genannten KIT- oder seltener am PDGF-Rezeptor zurück. Die infolge dieser Mutationen ausgelöste unkontrollierte Vermehrung der betroffenen Zellen kann durch Tyrosinkinasehemmer meistens unterbunden werden. Allerdings unterscheiden sich die einzelnen Erkrankungsfälle bezüglich der Mutationen. Die Art der Mutation kann den Verlauf der Erkrankung beeinflussen. So kommen einige der Mutationen vorrangig bei Tumoren in bestimmten Körperregionen (z. B. dem Dickdarm) vor.

 

Quellen im Detail:
ESMO European Society for Medical Oncology: Soft tissue sarcomas: ESMO Clinical Recommendations for diagnosis, treatment and follow-up. Annals of Oncology 2007; 18 (Supplement 2): ii74 - ii76
Gold JS, DeMatteo RP: Combined Surgical and Molecular Therapy. The Gastrointestinal Stromal Tumor Model. Ann Surg 2006; 244: 176 - 184
Joensuu H: Gastrointestinal stromal tumor (GIST). Annals of Oncology 2006; 17 (Supplement 10): x280 - x286NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology: Soft Tissue Sarcoma. V.3.2007, http://www.nccn.org/professionals/physician_gls/PDF/sarcoma.pdf (zuletzt besucht am 01.12.2017)
Quelle: Nach Informationen der Fachzeitschrift Annals of Oncology, "Das Lebenshaus e. V." u.a.

Stand: 18-11-2008
Autor: Redaktion BSMO
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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