• Schriftgröße

Bauchbeschwerden und innere Blutungen

GIST zählen zu den Sarkomen und bereiten im Frühstadium der Erkrankung oft kaum Beschwerden. Später stehen Blutungen und Symptome im Bauchraum im Vordergrund.

Frau bei UntersuchungGastrointestinale Stromatumoren (GIST) werden je zu einem Drittel zufällig bei Untersuchungen aus anderem Anlass, aufgrund leichter Beschwerden bzw. aufgrund stark ausgeprägter Symptome, die eventuell mit lebensbedrohlichen Komplikationen einhergehen, entdeckt. Charakteristische Symptome, die eindeutig auf GIST hinweisen, gibt es nicht.

Welche Beschwerden in Folge einer GIST-Erkrankung auftreten, hängt stark vom Ort, an dem sich der Tumor befindet (Lokalisation), ab. Entscheidend ist dabei nicht nur, welches Organ direkt vom Krebs betroffen ist, sondern auch, welche benachbarten Strukturen durch die Geschwülste beeinträchtigt werden. Obwohl die auftretenden Beschwerden manchmal Hinweise auf ihren Ursprungsort geben, ermöglichen sie nicht, speziell auf eine GIST-Erkrankung als Ursache zu schließen. Eine Vielzahl gut- und bösartiger Erkrankungen im Bauchraum kann vergleichbare Symptome auslösen.

 

Welche Beschwerden können bei GIST auftreten?

Die beiden häufigsten Symptome bei GIST sind so genannte unspezifische Schmerzen und Blutungen, die sowohl in den Darm als auch in die Bauchhöhle erfolgen können. Sie verlaufen vielfach zunächst unbemerkt bzw. machen sich nur als Blutarmut (Anämie) bemerkbar.

Der Begriff „unspezifische Schmerzen" bedeutet, dass aus der Art und Lokalisation der Schmerzen oft keine weiterführenden Schlüsse gezogen werden können. Das Ausmaß der Schmerzen kann von einem Schweregefühl im Bauchraum über Seitenstiche bis zu starkem Schmerz reichen.

Häufige Beschwerden sind auch Übelkeit, Unwohlsein, Völlegefühl und Verstopfung. Sie sind daraus erklärbar, dass sich die meisten GIST in der Magen- bzw. Darmwand bilden und die normalen Verdauungsvorgänge beeinträchtigen. Schluckstörungen können auftreten, wenn Tumoren in der Speiseröhre wachsen oder diese von außen zusammendrücken.

Aufgrund der vergleichbar geringen Beschwerden, die von GIST ausgehen, sind die Tumoren bei ihrer Entdeckung oft schon recht groß. So weisen GIST, die Symptome auslösen, im Durchschnitt einen Durchmesser von mehr als 6 cm auf.
Es kommt daher vor, dass der Krebs allein dadurch auffällt, dass der Tumor vom Arzt oder Patienten ertastet wird. Zwei bis fünf von zehn Patienten mit GIST leiden an Blutungen aus dem Tumor. Die Ursache dafür ist die reiche Versorgung der Geschwülste mit Blutgefäßen. Die Blutungen können entweder in den Darm oder in die Bauchhöhle erfolgen. In der Folge entsteht in vielen Fällen eine Blutarmut (Anämie).
Häufig sind die Betroffenen in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt und wirken blass. Blutungen in den Darm machen sich unter Umständen als schwarzer Stuhl oder bei Blutung in den Magen durch Erbrechen bemerkbar. Blut ist ein starkes Brechmittel. Durch Reaktion mit der Magensäure gerinnt es und hat im Erbrochenen das Aussehen von Kaffeesatz (Kaffeesatzerbrechen).
Tochtergeschwülste von Tumoren finden sich oft in der Leber. Dort können sie zu Stoffwechselstörungen führen, indem sie die Leberfunktion beeinträchtigen. Auch kann es zu einem Stau der Gallenflüssigkeit in der Leber kommen. Die Folge ist eine Gelbsucht (Ikterus), d.h. eine Gelbfärbung der Haut und des Augenweißes. Sie wird durch aufgestaute Ausscheidungsprodukte hervorgerufen wird, die normalerweise über die Galle aus dem Körper abtransportiert werden.

 

Notfälle bei GIST

Notfälle im Verlauf von GIST können insbesondere dann auftreten, wenn Tumoren in die Bauchhöhle bluten oder wenn sie zu einem Darmverschluss führen. Beide Ereignisse machen in der Regel eine sofortige Operation unumgänglich.

Blutungen aus GIST in die Bauchhöhle sind deshalb so gefährlich, weil die Bauchhöhle große Mengen Blut aufnehmen kann, ohne dass sich ein Gegendruck bildet, der die Blutung zum Stillstand bringt. Ist ein größeres Tumor-Blutgefäß verletzt, kann so rasch ein erheblicher Blutverlust entstehen. Symptome schwerer innerer Blutungen sind unter anderem Schmerzen und eine ausgeprägte Kreislaufschwäche.

Eine andere lebensgefährliche Komplikation von GIST ist ein Darmverschluss (Ileus). Ein Ileus kann entstehen, wenn Tumoren so groß werden, dass sie den Darm weitgehend verlegen oder von außen zusammendrücken. Ein normaler Transport des Nahrungsbreis kann dann nicht mehr erfolgen. Starke Schmerzen und schließlich ein vollständiges Erliegen der Darmbewegung sind die Folge. Die Behandlung besteht in der schnellstmöglichen Entfernung des Hindernisses.

 

Quelle: Nach Informationen der Fachzeitschrift Annals of Oncology, "Das Lebenshaus e. V." u.a.

Stand: 19-08-2008
Autor: JG
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
Diese Seite teilen: