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Nebenwirkungen der Krebstherapie – Ursachen und Abhilfe

15.12.2011

Zur Therapie gastrointestinaler Stromatumoren (GIST) gibt es wirkungsvolle Medikamente. Obwohl diese in der Regel recht gut verträglich sind, kann es zu Nebenwirkungen kommen. Dann ist es wichtig, dass Patient und Arzt gemeinsam eine Lösung finden.

Nebenwirkungen der Krebstherapie – Ursachen und AbhilfeZur Therapie gastrointestinaler Stromatumoren (GIST) werden Medikamente eingesetzt, die direkt an der Krebszelle wirken (zielgerichtete Therapie = targeted therapy). Diese sogenannten Tyrosinkinasehemmer blockieren eine Schaltstelle in der Krebszelle (die Tyrosinkinase), die für die Zellteilung verantwortlich ist. So kann das Wachstum und die Vermehrung von Krebszellen in gastrointestinalen Stromatumoren gezielt gehemmt werden.

 

Wirksamkeit und Nebenwirkungen – zwei Seiten einer Medaille

"Wenn behauptet wird, dass eine Substanz keine Nebenwirkungen hat, so besteht der dringende Verdacht, dass sie auch keine Hauptwirkung besitzt." [2] Dieser Satz, ausgesprochen von dem deutschen Pharmakologen Gustav Kuschinsky (1904 - 1992), lässt sich auch umgekehrt verstehen: Es ist schwer vorstellbar, dass Medikamente, die gegen so schwere Störungen der Körperfunktion wie eine Krebserkrankung wirken, keine Nebenwirkungen haben.

Gängige Therapien, die zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden wie z. B. Chemotherapie, entfalten ihre Wirkung an allen Zellen des Körpers – an Krebszellen, aber auch an gesunden Körperzellen. Dies führt u. U. zu ausgeprägten Nebenwirkungen. Tyrosinkinasehemmer setzen gezielt an Krebszellen an und sind in der Regel recht gut verträglich. Dennoch beeinflussen auch sie andere Stoffwechselvorgänge und Gewebe des Körpers – so können auch bei der medikamentösen Behandlung von GIST Nebenwirkungen auftreten.

 

Begriffsdefinition: Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind Wirkungen eines Arzneimittels, die neben der beabsichtigten Hauptwirkung auftreten. Obwohl in der Regel von schädlichen oder unerwünschten Nebenwirkungen gesprochen wird, können durchaus auch positive Begleiteffekte bei der Anwendung eines Arzneimittels auftreten. Abgegrenzt werden muss der Begriff der Wechselwirkungen, die dann auftreten, wenn sich die Inhaltsstoffe mehrerer gleichzeitig eingenommener Arznei-oder Lebensmittel in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen. [1]

 


Nebenwirkungen können meist wirkungsvoll behandelt werden

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich feststellen, sollten Sie Ihren Arzt so bald wie möglich darüber in Kenntnis setzen – auch dann, wenn diese eher milde sind, Sie aber in Ihrem Alltag beeinträchtigen. Zunächst sollte geklärt werden, ob es sich dabei tatsächlich um Nebenwirkungen der Medikamente oder um Beschwerden handelt, die durch die Krankheit selbst bedingt sind. Beides kann in vielen Fällen effektiv behandelt werden. Deshalb sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt suchen. Er entscheidet dann gemeinsam mit Ihnen über das weitere Vorgehen.

Für Ärzte und Apotheker

Fachinformationen zu Nebenwirkungen

Bis dahin sollten Sie die Behandlung aber zunächst wie mit Ihrem Arzt vereinbart weiterführen. Denn die Therapietreue (engl. Compliance) spielt bei der Behandlung von GIST eine sehr wichtige Rolle. Wird die Medikamenteneinnahme unterbrochen oder die Dosis selbständig reduziert, ist der Erfolg der Krebstherapie gefährdet.

 

Mangelnde Therapietreue kann unterschiedliche Ursachen haben

Therapietreue oder englisch "Compliance" bezeichnet die Bereitschaft des Patienten, die ärztlichen Ratschläge und Anweisungen zur Einnahme des Medikaments zu befolgen. Eine hohe Therapietreue hat z. B. derjenige Patient, der die Medikamente konsequent und wie verordnet einnimmt. Die Gründe für eine mangelnde Therapietreue können vielfältig sein. Hier finden Sie mehr zum Thema Therapietreue.

Quellen:
[1] Homepage Doccheck Flexikon: http://flexikon.doccheck.com/Nebenwirkung (zuletzt besucht am 15.11.2011)
[2] Homepage Netdoktor Österreich: http://www.netdoktor.at/health_center/impfen/reaktionen.shtml (zuletzt besucht am 15.11.2011)

Erstellt am: 15.11.2011
Autor: Michaela Spaeth-Dierl
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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