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Medikamente bei GIST: Nebenwirkungen lassen sich oft lindern

07.10.2013

Warum vertragen einige Patienten Medikamente besser als andere? Und was gibt es für Lösungen, wenn Sie durch Ihre GIST-Medikamente Nebenwirkungen bekommen? Erfahren Sie, was Sie tun können.

Medikamente bei GIST: Nebenwirkungen lassen sich oft lindernGastrointestinale Stromatumoren (GIST) werden mit Medikamenten behandelt, die das Tumorwachstum hemmen. Diese Medikamente werden in der Regel in fortgeschrittenen Stadien eingesetzt, beispielsweise bei Tochtergeschwülsten (Metastasen). Medikamente können jedoch auch nach einer Operation sinnvoll sein, um damit einem Wiederauftreten des Tumors (Rezidiv) vorzubeugen. [1]

 

Je zielgerichteter die Therapie, desto verträglicher

Jedes Medikament, ob chemisch hergestellt oder aus Naturstoffen gewonnen, greift in die natürlichen Prozesse des Körpers ein und beeinflusst sie. Verhindert ein Krebsmedikament beispielsweise das Wachstum von Zellen bzw. schädigt diese, ist das an Tumorzellen die erwünschte Wirkung. Die gleiche Wirkung auf gesunde Körperzellen kann dagegen zu Nebenwirkungen führen. Je zielgerichteter ein Medikament auf Krebszellen wirkt und dabei gesunde Körperzellen schont, desto besser ist es verträglich. Dennoch können auch bei zielgerichteten Medikamenten, wie sie bei GIST eingesetzt werden, Nebenwirkungen auftreten. [2]

 

Warum vertragen einige Patienten Medikamente besser als andere?

Die unterschiedliche Verträglichkeit von Medikamenten beruht darauf, dass sich das Erbgut von Mensch zu Mensch unterscheidet. Das kann beispielsweise dazu führen, dass ein bestimmtes Enzym weniger häufig im Körper vorliegt als im Durchschnitt. Ist dieses Enzym am Abbau des Medikaments beteiligt, wäre eine mögliche Folge, dass das Medikament langsamer abgebaut wird und der Körper mit einer Unverträglichkeit darauf reagiert. Die medizinische Forschung arbeitet daran, solche Zusammenhänge aufzuklären, um zukünftig bessere Aussagen auf die voraussichtliche Wirksamkeit und Verträglichkeit eines Medikaments machen zu können. [5]

Darüber hinaus spielen noch viele weitere Faktoren eine Rolle für die unterschiedliche Verträglichkeit, z. B.:

  • Lebensalter: Ältere Menschen reagieren meist anders auf Medikamente als Kinder
  • Geschlecht: Der weibliche Körper verarbeitet Medikamente zum Teil anders als der männliche
  • Ernährung, Medikamente und Begleiterkrankungen können die Aufnahme, die Wirkung oder den Abbau eines Medikaments im Körper beeinflussen

Bei der Auswahl des Medikaments wird Ihr Arzt alle ihm bekannten Faktoren beachten. Dennoch sind Nebenwirkungen aufgrund der genetischen Unterschiede und der genannten Einflüsse möglich.

 

Wann sind Beschwerden Nebenwirkungen?

Für Patienten ist es nicht immer einfach, Nebenwirkungen als solche zu erkennen, da diese auch andere Ursachen haben können als die Medikamenteneinnahme. Wenn Sie Beschwerden haben, ist es das Wichtigste, mit Ihrem behandelnden Arzt darüber zu sprechen. Nur wenn er informiert ist, kann er Nebenwirkungen eines Medikamentes erkennen und behandeln sowie andere Ursachen Ihrer Beschwerden gezielt ausschließen.

Bekannte Nebenwirkungen von GIST-Medikamenten, die auftreten können, sind beispielsweise:

  • Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Muskel-, Glieder- oder Brustkorbschmerzen [1, 3]

Wichtig zu wissen ist, dass Nebenwirkungen auftreten können, aber nicht müssen!

 

Einnahme von Medikamenten nur in Absprache mit dem Arzt ändern

Starke Nebenwirkungen können Patienten dazu veranlassen, ihre Medikamente anders einzunehmen, als sie vom Arzt verordnet wurden, oder sie sogar abzusetzen. Es ist besser, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt entscheiden, ob Sie die Einnahme eines Medikamentes ändern, denn nur er kann wissen, welche Beschwerden tatsächlich Nebenwirkungen aufgrund des Medikamentes sein können. Auch hier gilt daher: Informieren Sie Ihren Arzt über Beschwerden.

 

Nebenwirkungen eines Medikamentes lassen sich lindern

Wenn Sie Medikamente benötigen, ist es wichtig zu wissen, dass diese nur dann ihre volle Wirkung entfalten können, wenn Sie sie regelmäßig und wie verordnet einnehmen. Denn Medikamente wirken nur dann, wenn ein bestimmter Wirkstoffpegel im Blut aufrechterhalten wird. Somit ist die korrekte Einnahme der Medikamente eine Voraussetzung für einen bestmöglichen Behandlungserfolg. [6]

Falls Nebenwirkungen auftreten, gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die dazu beitragen können, dass Sie Ihre Medikamente besser vertragen. Dies können weitere Medikamente sein, die Sie begleitend einnehmen können, um Ihre Beschwerden zu lindern. Es können auch nicht-medikamentöse Maßnahmen sein, die Abhilfe schaffen. Beispielsweise kann je nach Beschwerden regelmäßige Bewegung oder eine Anpassung der Ernährung helfen.

Möglicherweise treten Nebenwirkungen auch nur zu Beginn der Behandlung auf, nehmen mit der Einnahmedauer ab und verschwinden vollständig. Fragen Sie Ihren Arzt nach seinen Erfahrungen mit dem Medikament, das Sie bekommen.

In jedem Fall sollten Sie mit Ihrem Arzt zusammen entscheiden, welches die für Sie geeignete Vorgehensweise ist. Vertrauen Sie seiner Kompetenz, auch wenn es manchmal Zeit und Geduld braucht, bis Sie geeignete Linderungsmöglichkeiten gefunden haben.

Neben den rein medizinischen Maßnahmen lohnt sich auch ein Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten, z. B. im Rahmen von Selbsthilfeorganisationen. Dort erhalten Sie Ratgeber oder Broschüren zu Ihrer Erkrankung und hilfreiche Tipps, wie Sie die Verträglichkeit Ihrer Behandlung zusätzlich verbessern können. [3, 4] Selbsthilfegruppen bieten Ihnen außerdem die Möglichkeit, sich mit anderen Menschen auszutauschen, die ähnliches erlebt haben.

Quellen:
[1] http://www.onkologie-duesseldorf.de/subpages/gist_gastrointestinaler_stromatumor.htm, zuletzt besucht am 16.04.2013
[2] http://www.krebsinformation.de/behandlung/moderne-krebstherapien.php, zuletzt besucht am 16.04.2013
[3] http://www.lh-gist.org/d/2496/, zuletzt besucht am 16.04.2013
[4] Reichert P., Schütte H.-J. Tipps zum Umgang mit Nebenwirkungen (Nebenwirkungsmanagement). Das Lebenshaus e. V. 13.03.2007
[5] Steinberger D., Lentes K.-U., Post M. Pharmakogenetik – Mit der genetischen Diagnostik von Medikamentenunverträglichkeit zur individualisierten Arzneimitteltherapie. Biologis Zentrum für Humangenetik, 01/2011
[6] Faller, H. et al.: Medizinische Psychologie und Soziologie. Springer Verlag. 3. Auflage 2010

Erstellt am: 18.6.2012
Aktualisiert am: 16.04.2013
Autorin: Dr. med. Sonja Hermeneit, aktualisiert durch Dr. Ruth Wissler
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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