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Bedeutung der Therapietreue bei fortgeschrittenen GIST

21.10.2010

Für den Therapieerfolg bei fortgeschrittenem GIST spielt die konsequente Einnahme von Medikamenten eine entscheidende Rolle. Lesen Sie, was Ihnen dabei helfen kann, Ihre Therapie beizubehalten.

Bedeutung der Therapietreue bei fortgeschrittenen GISTPatienten mit fortgeschrittenem GIST müssen sich meist einer langfristigen Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern unterziehen. Mit Tyrosinkinasehemmern kann ein weiteres Wachstum des Tumors oder seiner Absiedelungen in verschiedenen Organen des Körpers über lange Zeit vermieden, in manchen Fällen sogar eine Verkleinerung des Tumors erzielt werden.

Trotz dieser erhofften Wirkung fällt es manchmal nicht leicht, die Medikamenteneinnahme konsequent durchzuführen.

 

Mangelnde Therapietreue kann unterschiedliche Ursachen haben

Therapietreue oder englisch "Compliance" bezeichnet die Bereitschaft des Patienten, die ärztlichen Ratschläge und Anweisungen zur Einnahme des Medikaments zu befolgen. Eine hohe Therapietreue hat z. B. derjenige Patient, der die Medikamente konsequent und wie verordnet einnimmt.

Die Gründe für eine mangelnde Therapietreue sind vielfältig. Eine Ursache kann sein, dass dem Patient nicht klar ist, warum er das Medikament einnehmen soll, wie es wirkt und welche Nebenwirkungen er zu erwarten hat. Möglicherweise gibt es auch Unsicherheiten bezüglich dessen, was er bei der Einnahme beachten soll. Weiterhin kann ein Grund sein, dass die Beschwerden unter der Behandlung nachlassen, im Gegenzug aber unangenehme Nebenwirkungen auftreten.

Die genannten Gründe können dazu führen, dass einige Patienten die Einnahme der Medikamente eigenmächtig verändern oder sogar ganz beenden. Der Abbruch der Therapie kann jedoch drastische Folgen für das Krankheitsgeschehen haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor fortschreitet und sich weiter im Körper ausbreitet, nimmt zu.

 

Therapietreue erfordert eine gute Zusammenarbeit
zwischen Arzt und Patient

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt wird als Therapiekooperation bezeichnet. Dies beinhaltet eine aktive Verantwortung für beide Seiten, um eine hohe Therapietreue und damit das bestmögliche Therapieergebnis zu erhalten.

Von entscheidender Bedeutung ist, dass Sie als Patient hinter der Therapie stehen und sie akzeptieren können. Sowohl Sie als auch Ihr Arzt müssen überzeugt davon sein, dass Sie die in Ihrem individuellen Fall beste Therapie erhalten. Deshalb sollten alle Therapieentscheidungen, z. B. welche Medikamente über welchen Zeitraum eingenommen werden sollen, gemeinschaftlich getroffen werden. Zweifel, Vorbehalte, aber auch falsche Hoffnungen auszuräumen, ist sowohl zu Beginn als auch während der Therapie wichtig.

 

Gegenseitige Information ist eine wichtige Basis für Therapietreue

Eine wichtige Voraussetzung für die Akzeptanz und damit auch die Therapietreue ist, dass Sie umfassend informiert sind. Dazu trägt besonders ein ausführliches und offenes Aufklärungsgespräch durch den Arzt bei, ggf. können weitere Quellen wie Selbsthilfegruppen, Internetseiten oder Broschüren hilfreich sein.

Genauso wichtig ist es, dass Sie Ihren Arzt Ihrerseits über Ihre Befürchtungen und Beschwerden informieren (z. B. auch Nebenwirkungen). Wenn Ihr Arzt darüber Bescheid weiß, kann er Nebenwirkungen meist erfolgreich lindern und Befürchtungen nehmen. Informieren Sie ihn daher so früh wie möglich, um Ihnen selbst unnötiges Leiden zu ersparen.

Scheuen Sie sich nie, bei Ihrem Arzt nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben oder etwas unklar geblieben ist. Die nachfolgende Checkliste liefert Ihnen Anhaltspunkte, welche Fragen für Sie relevant sein könnten.

 

Checkliste - alle Fragen geklärt?

Informieren Sie sich über die Therapie:

  • Welche Medikamente oder Behandlungsverfahren kommen zum Einsatz?
  • Welche Risiken/Nutzen hat die Therapie bei mir?
  • Welche Nebenwirkungen oder Komplikationen können auftreten, was kann ich dagegen tun?
  • Was geschieht, wenn ich die Therapie nicht konsequent einhalte oder sie abbreche?

Sprechen Sie Sorgen und Probleme an, die durch die Krankheit oder die Therapie auftreten können, z. B.

  • Familienplanung
  • Probleme in Partnerschaft und Sexualität
  • Psychische und gesundheitliche Belastungen
  • Fragen zu Ernährung und Sport
  • Körperliche Beschwerden, z. B. Nebenwirkungen

Bleiben Sie auf dem Laufenden

  • Informieren Sie sich über neue Therapien und sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber
  • Suchen Sie den Kontakt zu anderen Betroffenen, z. B. in Selbsthilfegruppen, Internetforen etc.


Sorgen Sie gut für sich - Tipps für Ihre Therapietreue

Tragen Sie aktiv dazu bei, Unsicherheiten auszuräumen, damit Sie motiviert sind, Ihre Therapie konsequent einzuhalten.
Denken Sie daran, dass es um Sie, Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden geht. Fordern Sie Informationen und Unterstützung bei Ihrem Arzt ein und wenden Sie sich z. B. an Beratungsstellen oder Ihre Krankenkasse.

Quellen: lh-gist.de, ESMO-Guidelines GIST
Stand: 10.06.2010
Autor: Michaela Spaeth-Dierl
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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