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Roter Faden 1: Therapie bei primärem GIST
Dieser Artikel ist Teil des Roten Fadens Roter Faden 1: Therapie bei primärem GIST

Aktuelle ESMO-Leitlinien bieten Orientierung bei GIST

19.09.2013

Die aktuelle Leitlinie zur Diagnose, Therapie und Nachsorge von GIST hilft dem Arzt, die Patienten bestmöglich zu versorgen. Die Aktualisierungen betreffen u. a. die Therapie nach vollständiger Entfernung des Tumors.

Aktuelle ESMO-Leitlinien bieten Orientierung bei GISTMedizinische Leitlinien geben den aktuellen Stand des Wissens über eine effektive und angemessene Versorgung von Patienten wieder. Ihr Zweck ist es, den behandelnden Arzt dabei zu unterstützen, für den jeweiligen Patienten die beste Entscheidung zu treffen. Der Arzt muss also nicht zwingend befolgen, was in der Leitlinie vorgeschlagen wird, sondern kann individuell entscheiden, ob die empfohlene Vorgehensweise bei dem jeweiligen Patienten sinnvoll ist oder nicht. [1]

An der Erarbeitung von Leitlinien sind verschiedene Ärzte und Wissenschaftler beteiligt, die Experten auf dem entsprechenden Fachgebiet sind. Sie halten in den Leitlinien fest, was über die Untersuchung und Behandlung einer Krankheit aktuell bekannt ist. Dabei basieren die Aussagen in medizinischen Leitlinien auf dem Wissen der Experten und den Ergebnissen klinischer Studien. [1]

 

Leitlinien jetzt in aktualisierter Fassung

Die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO = European Society for Medical Oncology) hat im Oktober 2012 ihre Leitlinien zur Diagnose, Therapie und Nachsorge von Patienten mit gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) aktualisiert. In der ESMO mit Hauptsitz in Viganello-Lugano (Schweiz) sind Onkologen, also Experten für Krebserkrankungen, aus über 100 Ländern organisiert. Ein wichtiges Ziel der Fachgesellschaft ist es, die Qualität der Vor- und Nachsorge, Erkennung, Behandlung und Betreuung von Patienten mit Krebserkrankungen zu verbessern. An der Aktualisierung der Leitlinien zu GIST haben 39 Experten aus 17 Ländern in und außerhalb Europas mitgearbeitet. [2-4]

 

Was ist wichtig?

Die aktuellen ESMO-Leitlinien enthalten eine Reihe wichtiger, zum Teil neuer Empfehlungen zur Versorgung von Patienten mit gastrointestinalen Stromatumoren. Hierzu gehören: [2]

  • GIST-Patienten, bei denen der Tumor chirurgisch entfernt wurde und die gleichzeitig ein großes Risiko haben, dass der Tumor wieder auftritt (Rückfall oder Rezidiv), sollten nach der Operation über 3 Jahre eine unterstützende (adjuvante) medikamentöse Therapie erhalten.
  • Um nach der Entfernung des Tumors die richtige Strategie für die Nachsorge planen zu können, sollten die behandelnden Ärzte generell das Risiko für einen Rückfall abschätzen. Hier geben die Lage und Größe des Tumors sowie die Teilungsrate der Tumorzellen wichtige Anhaltspunkte. Wenn der Tumor während der Operation verletzt wird (Tumorruptur), erhöht dies das Rückfallrisiko.
  • Bei GIST-Patienten sollte standardmäßig eine sogenannte Mutationsanalyse durchgeführt werden. Dabei werden Veränderungen (Mutationen) in der Erbsubstanz erkannt, die typischerweise bei GIST auftreten. Je nachdem, welche Mutationen vorliegen, sprechen die Patienten voraussichtlich besser oder schlechter auf die Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern an.

Die Behandlungsplanung bei Patienten mit GIST sollte gemäß den ESMO-Leitlinien grundsätzlich interdisziplinär erfolgen. Das bedeutet, dass Experten verschiedener Fachrichtungen, wie z. B. Onkologen, aber auch Chirurgen, Strahlenmediziner und Pathologen, an der Planung beteiligt sind.

Quellen:
[1] Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) − Krebsinformationsdienst. Evidenzbasierte Medizin und Leitlinien. http://www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/ebm-leitlinien.php#inhalt8.
[2] Gastrointestinal stromal tumors: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann. Oncol. 2012;23 Suppl 7:vii49–55.
[3] ESMO-Homepage. http://www.esmo.org/home.html.
[4] Mr Congress & Incentive GmbH. ESMO: Die European Society for Medical Oncology; Stand: September 2012. http://www.mr-congress.com/blog/2012/09/05/esmo-european-society-medical-oncology/.
Erstellt am: 23.11.12
Autor: Stefan Oetzel
Roter Faden 1: Therapie bei primärem GIST
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Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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