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Die Bestimmung des Rezidivrisikos unterstützt die Entscheidung für die adjuvante Therapie

GIST-Tumoren lassen sich nach bestimmten Faktoren in Risikogruppen einteilen. Je nachdem wie hoch das Risiko für ein Wiederauftreten der Erkrankung ist, wird eine adjuvante (d. h. unterstützende) Behandlung nach der Operation empfohlen.

Die Bestimmung des Rezidivrisikos unterstützt die Entscheidung für die adjuvante TherapieGIST ist nicht gleich GIST. Deswegen ist es schwierig, eine Prognose über den Verlauf der Erkrankung abzugeben. Es gibt jedoch einige Faktoren bei primären GIST, die zumindest eine Einteilung in Risikogruppen erlauben. Die Risikogruppe gibt wieder, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Tumor nach vollständiger Entfernung erneut auftritt (Rezidivrisiko).

 

Mehrere Faktoren bestimmen das Rezidivrisiko

Die Risikoeinteilung erfolgt nach folgenden Faktoren:[1]

  • Tumorgröße
  • Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors (gemessen an der Anzahl der Zellen, die sich in der Teilungsphase befinden = Mitosen)

In neueren Einteilungen wird außerdem der Entstehungsort des Tumors berücksichtigt, da beispielsweise GIST des Magens eine bessere Prognose haben, als solche, die im Darm auftreten. [1, 4, 5]
Eine weitere Möglichkeit, die Prognose besser einschätzen zu können, ist die Bestimmung der zugrunde liegenden Veränderung im Erbgut, die Mutationsanalyse. Dies ermöglicht Aussagen über die voraussichtliche Wirksamkeit einer adjuvanten Therapie mit Tyrosinkinasehemmern.[1]

 

Risikobewertung unterstützt Therapieentscheidung

Die Risikobewertung bei Patienten mit primärem GIST ist also wichtig, um die optimale Nachsorge bzw. Therapie im Anschluss an die Operation festzulegen. Bei Patienten, bei denen das Rezidivrisiko als mittel oder hoch eingestuft wird, kommt eine adjuvante Therapie mit Tyrosinkinasehemmern in Betracht. Ob für Sie eine adjuvante Therapie in Frage kommt, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

 

Rezidivrisiko bestimmt zeitliche Abstände der Nachsorgeuntersuchungen

Darüber hinaus ermöglicht die Risikobewertung dem Arzt, die zeitlichen Abstände für die Nachsorgeuntersuchungen zu bestimmen. Falls Ihr Tumor voraussichtlich zu einem raschen Wiederauftreten im Körper neigt (hohes oder mittleres Risiko), wird Ihr Arzt Sie häufiger zur Kontrolluntersuchung bitten (i. d. R. alle 3 bis 4 Monate in den ersten 3 Jahren nach der Operation). Bei einem Tumor mit nur geringer Neigung zum Wiederauftreten (niedriges Risiko) reichen dagegen Nachsorgeuntersuchungen in größerem zeitlichem Abstand (alle 6 Monate). [1, 2]

 

Welcher Arzt kann eine Risikobewertung bzw. Therapie und Nachsorge durchführen?

Die Untersuchung des Tumorgewebes zur Bewertung Ihres individuellen Risikos nimmt ein Pathologe vor. Das Untersuchungsmaterial stammt entweder aus der Operation des Tumors oder aus einer gezielten Gewebeprobe (Biopsie).

In der Regel verordnet und betreut ein Onkologe (Facharzt für Tumorerkrankungen) eine adjuvante Therapie. Auch die Nachsorge sollte idealerweise durch den Onkologen erfolgen. 

Quellen:
[1] Casali PG, Blay JY; ESMO/CONTICANET/EUROBONET Consensus Panel of Experts Gastrointestinal stromal tumours: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up Annals of Oncology 21 (Supplement 5): v98–v102, 2010
[2] Wartenberg M, Reichardt P. Patientenratgeber GIST (Gastrointestinale Stromatumoren), Das Lebenshaus, Selbsthilfe GIST, 2007 (2. Auflage)
[3] Li J, Gong FJ et al. J Clin Oncol 27:15s, 2009
[4] Patel S Navigating Risk Stratification Systems for the Management of Patients with GIST Ann Surg Oncol. 2011 Jan 7.
[5] Miettinen M, Lasota J Gastrointestinal stromal tumours Ann Chir Gynaecol. 1998;87(4):278-81

Erstellt am: 24.09.2009, aktualisiert am: 22.10.2010
aktualisiert durch Michaela Spaeth-Dierl
Autoren: Torben Riener/Dr. med. Martin Waitz,
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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