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Für den Behandlungserfolg bei GIST ist die Therapietreue wichtig

Um Behandlungserfolg bei GIST zu erreichen, ist eine gute Therapietreue wichtig. Dazu zählt z. B. auch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten. Lesen Sie, was Ihnen helfen kann, Ihre Therapie einzuhalten.

Trotz der operativen Entfernung des Tumors kann es sinnvoll sein, dass Patienten mit primärem GIST eine Therapie mit Tyrosinkinasehemmern erhalten. Für den Behandlungserfolg bei GIST ist die Therapietreue wichtigDoch gerade wenn der Tumor vollständig operativ entfernt werden konnte und die Erkrankung als geheilt gilt, ist es für den Patienten eventuell nicht nachvollziehbar, warum er dennoch langfristig Medikamente einnehmen soll. Eventuell treten durch die Medikamente unangenehme Nebenwirkungen auf, die die Motivation zusätzlich verringern.

Dies kann dazu führen, dass der Patient die Einnahme der Medikamente eigenmächtig verändert oder sogar ganz beendet. Der Abbruch der Therapie kann jedoch Folgen für das Wohl des Patienten und die Krankheitsentwicklung haben.

 

Warum Medikamente nehmen, wenn der Tumor doch entfernt wurde?

Erfahrungsgemäß erleiden mindestens 50 % der Patienten, bei denen der Tumor vollständig entfernt wurde, einen Rückfall (Rezidiv) oder bekommen Metastasen. Eine wissenschaftliche Studie konnte zeigen, dass eine unterstützende Therapie mit Tyrosinkinasehemmern nach der Operation (adjuvante Therapie) in vielen Fällen ein Wiederauftreten des Tumors verhindern oder hinauszögern kann (siehe auch: Studie zeigt: Adjuvante Therapie mit Tyrosinkinasehemmer vermindert das Rückfallrisiko bei GIST). Doch nur wenn die Medikamente richtig, d. h. wie verordnet, eingenommen werden, können sie wie beabsichtigt wirken.

 

Therapietreue ist eine Voraussetzung für das bestmögliche Therapieergebnis

Therapietreue oder englisch "Compliance" bezeichnet die Bereitschaft des Patienten, die ärztlichen Ratschläge und Anweisungen zur Therapie zu befolgen. Eine hohe Therapietreue hat z. B. derjenige Patient, der die Medikamente konsequent und wie verordnet einnimmt.

Um eine hohe Therapietreue und dadurch das bestmöglichen Therapieergebnis zu erreichen, ist es entscheidend, dass Sie als Patient hinter der Therapie stehen und sie akzeptieren können. Sowohl Sie als auch Ihr Arzt müssen überzeugt davon sein, dass Sie die in Ihrem individuellen Fall beste Therapie erhalten. Deshalb sollten alle Therapieentscheidungen, z. B. welche Medikamente über welchen Zeitraum eingenommen werden sollen, gemeinschaftlich getroffen werden. Zweifel, Vorbehalte aber auch falsche Hoffnungen auszuräumen, ist sowohl zu Beginn als auch während der Therapie wichtig.

 

Therapietreue erfordert eine gute Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient, bei der beide Seiten eine aktive Rolle übernehmen (Therapiekooperation), ist eine wichtige Basis für den Erfolg der Therapie.

Zum einen ist es wichtig, dass Sie umfassend informiert sind. Dazu trägt besonders ein ausführliches und offenes Aufklärungsgespräch durch den Arzt bei, ggf. können weitere Quellen, z. B. Selbsthilfegruppen, Internet und Broschüren hilfreich sein.

Zum anderen ist es erforderlich, dass Sie Ihren Arzt Ihrerseits über Zweifel und Beschwerden informieren (z. B. Nebenwirkungen). Wenn Ihr Arzt darüber Bescheid weiß, kann er Nebenwirkungen meist erfolgreich lindern und Zweifel ausräumen. Informieren Sie ihn daher so früh wie möglich, um Ihnen selbst unnötiges Leiden zu ersparen.

Scheuen Sie sich nie, bei Ihrem Arzt nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben oder etwas unklar geblieben ist. Die nachfolgende Checkliste liefert Ihnen Anhaltspunkte, welche Fragen für Sie relevant sein könnten.

 

Checkliste – alle Fragen geklärt?

Informieren Sie sich über die Therapie

  • Welche Risiken/Nutzen hat die Therapie oder Operation bei mir?
  • Welche Medikamente oder Behandlungsverfahren kommen zum Einsatz und warum?
  • Welche Nebenwirkungen oder Komplikationen können auftreten, was kann ich dagegen tun?
  • Was geschieht, wenn ich die Therapie nicht konsequent einhalte oder sie abbreche?
  • Welche Alternativen zur Operation gäbe es in meinem Fall?

Sprechen Sie Sorgen und Probleme an, die durch die Krankheit oder die Therapie auftreten können, z. B.

  • Familienplanung
  • Probleme in Partnerschaft und Sexualität
  • Psychische und gesundheitliche Belastungen
  • Fragen zu Ernährung und Sport
  • Körperliche Beschwerden, z. B. Nebenwirkungen

Bleiben Sie auf dem Laufenden

  • Informieren Sie sich über neue Therapien und sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber
  • Suchen Sie den Kontakt zu anderen Betroffenen, z. B. in Selbsthilfegruppen, Internetforen etc.


Sorgen Sie gut für sich - Tipps für Ihre Therapietreue

Tragen Sie aktiv dazu bei, Unsicherheiten auszuräumen, damit Sie motiviert sind, Ihre Therapie konsequent einzuhalten, und damit Ihre Heilungschancen zu erhöhen.
Denken Sie daran, dass es um Sie, Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden geht. Fordern Sie Informationen und Unterstützung bei Ihrem Arzt ein und wenden Sie sich z. B. an Beratungsstellen oder Ihre Krankenkasse.

Quellen: Studie von DeMatteo et al. Lancet 2008; 373: 1097-1104, Krebsinformationsdienst.de, Lebenshaus Patientenratgeber GIST

Stand: 10.06.2010
Autor: Michaela Spaeth-Dierl, Cornelia Dietz
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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