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Ernährung bei GIST

31.07.2008

Die Ernährung beeinflusst weder die Entstehung noch den Verlauf von GIST. Eine Diät kann nach einer Operation erforderlich sein.

GesundheitObwohl gastrointestinale Stromatumoren (GIST) zumeist im Magen-Darm-Trakt entstehen, beeinflusst die Ernährung weder die Entstehung noch den Verlauf der Erkrankung. Gegessen werden kann, was schmeckt. Infolge von Operationen können jedoch Veränderungen am Verdauungssystem auftreten, die besondere Ernährungsweisen erforderlich machen.

 

Gibt es eine „Krebsdiät"?

Umfangreiche Ernährungsstudien haben keinen Hinweis darauf erbracht, dass bestimmte Ernährungsweisen Schutz vor Krebserkrankungen bieten. Für GIST-Patienten gelten daher dieselben Ernährungsempfehlungen, wie für Gesunde. Die Nahrung sollte vielseitig, gesund und möglichst frisch, der Fleisch- und Fettanteil gering sein. Besonders empfohlen wird von Ärzten die so genannte "Mittelmeerkost", die sich an den Ernährungsgewohnheiten der Mittelmeeranrainerstaaten orientiert. Sie ist aus Gemüse, Salaten, Olivenöl, Fisch und Meeresfrüchten, Pasta, Brot sowie etwa zweimal wöchentlich Fleisch zusammengesetzt.

 

Helfen Vitaminpräparate, Nahrungsergänzungsmittel oder Antioxidantien?

Von speziellen Mangelsituationen abgesehen, die vom Arzt diagnostiziert werden, wirken sich Vitaminpräparate, Nahrungsergänzungsmittel und künstlich zugeführte so genannte Antioxidantien (z.B. Vitamin A, E, C, Beta-Carotin sowie Selen) nicht vorteilhaft auf den Stoffwechsel aus. Eine Schutzwirkung vor Krebs oder ein günstiger Einfluss auf den Verlauf von GIST konnte bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Eine gesunde, vielseitige Ernährung versorgt den Körper mit allen erforderlichen Vitaminen und Spurenelementen.

Eine grundlegende Langzeitstudie hat zudem erbracht, dass Vitamin A und E sowie Beta-Carotin langfristig sogar zu einer erhöhten Sterblichkeit führen, wenn sie ohne medizinisch nachgewiesenen Mangelzustand als Medikament eingenommen werden.

 

Ernährung nach Operationen

Gastrointestinale Stromatumoren werden vielfach durch Operationen behandelt - entweder um die Krankheit zu heilen oder um die Patienten von Beschwerden zu entlasten. Da GIST überwiegend vom Magen-Darm-Trakt ausgehen, können die Operationen zu Veränderungen am Verdauungssystem führen, die eine besondere Ernährungsweise erforderlich machen.Rund sechs von zehn GIST-Erkrankungen gehen vom Magen aus. Da bei der Entfernung der Tumoren ein Sicherheitsabstand von einigen Zentimetern eingehalten werden muss, kann die Operation zum teilweisen oder vollständigen Verlust des Magens führen.

Der Magen hat im Verdauungsprozess mehrere Aufgaben. Unter anderem dient er als Speicherraum für den Nahrungsbrei. Dieser wird durch die Magensäure und Enzyme in einem ersten Verdauungsschritt für die weitere Erschließung und die Aufnahme in den Körper vorbereitet. Anschließend wird der Nahrungsbrei in kleinen Portionen in den Dünndarm abgegeben. Wird der Magen ganz oder teilweise entfernt, ist die Zwischenspeicherung von Nahrungsbrei nur noch eingeschränkt möglich.

Um Beschwerden zu vermeiden und die Versorgung des Körpers zu gewährleisten, sollten die Betroffenen daher häufige, kleine Mahlzeiten einnehmen und blähende Nahrungsmittel wie z.B. Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen), Zwiebeln, Lauch, Knoblauch Kohl, Sauerteigbrot, Müsli, unreifes Obst und kohlensäurehaltige Getränke (Sprudel, Limonade, Bier, Sekt) meiden.

Auch die Entfernung von Teilen des Darms oder der Speiseröhre kann eine Anpassung des Ernährungsverhaltens erforderlich machen. In der Regel erhalten alle am Magen-Darm-Trakt operierten Patienten nach dem Eingriffen eine Beratung bzw. Schulung durch Diätassistenten, die auf die individuellen Verhältnisse der Betroffenen eingeht. Diese Ernährungsexperten können im Zusammenwirken mit dem behandelnden Arzt auch weiterhelfen, wenn zum Beispiel Tochtergeschwülste in der Leber oder Nebenwirkungen von Medikamenten zu Verdauungsstörungen führen.

 

Quelle: Bjelalakovic G et al.: Mortality in randomized trials of antioxidant supplements for primary and secondary prevention: systematic review and meta-analysis. JAMA 2007; 297: 842 - 57´ <br />


ESMO European Society for Medical Oncology: Soft tissue sarcom

Stand: 31-07-2008
Autor: JG
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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