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Gemeinsam leben mit GIST

Wenn der Partner an GIST erkrankt

Wenn Ihr Partner an GIST erkrankt ist, hat dies auch Einfluss auf Ihre Partnerschaft. Es gilt, Wege zu finden, um gemeinsam gut mit der neuen Situation zurecht zu kommen.

Wenn der Partner an GIST erkranktAls nahestehende Person sind Sie eine wichtige Stütze für den Patienten. Eine der wichtigsten Aufgaben besteht darin, ihm das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein. In der ersten Zeit nach der Diagnose ist eine Unsicherheit darüber, wie man das Thema angehen und besprechen soll, ganz normal.

Machen Sie sich gemeinsam Schritt für Schritt auf den Weg, sich mit der neuen Situation auseinanderzusetzen. Immer wieder beschreiben Paare, dass die Krebserkrankung Ihre Partnerschaft sogar intensiviert hat.

 

Gute Kommunikation ist besonders wichtig

Zu einer guten Kommunikation zählen Offenheit und Ehrlichkeit bezüglich Gefühlen, Gedanken und Ängsten. Es fördert das gegenseitige Verständnis, wenn Sie sich mit Ihrem Partner über Sorgen und Probleme austauschen können. Ihrem Partner hilft es, wenn Sie ihm dabei aktiv zuhören und seine Empfindungen und Gedanken ohne Kritik oder Abwehrreaktionen akzeptieren können.

Aktives Zuhören bedeutet an erster Stelle, dass Sie sich darauf konzentrieren, was Ihr Partner tatsächlich sagt, und nicht zu spekulieren, was er gemeint haben könnte. Sie können das Gesagte in eigene Worte fassen und sich so versichern, dass Sie den Standpunkt Ihres Partners richtig erfasst haben. Was es leichter macht: Sie müssen nicht sofort Lösungen anbieten oder aktiv werden, es genügt oft schon, wenn Sie zuhören. [1]

 

Jeder geht anders mit der Situation um

Es kann sein, dass Sie und Ihr Partner sehr unterschiedlich mit der Situation umgehen. Während Sie über Ihre Gefühle reden möchten, geht er einem Gespräch lieber aus dem Weg, um so das Gefühlschaos unter Kontrolle zu halten - oder umgekehrt. Häufig möchten Frauen ihre Gefühle äußern und wünschen sich, dass ihr Partner sie versteht, tröstet und unterstützt. Männer ziehen es dagegen oft vor, nicht detailliert über ihre Sorgen und Ängste zu sprechen. Viele möchten das Gefühl haben, die Situation alleine zu meistern.

Zu einem respektvollen Miteinander gehört es, gegenseitige Grenzen zu benennen und zu achten, und das richtige Maß zu finden. In einer Partnerschaft ist ein guter Weg, dies herauszufinden, das offene und ehrliche Gespräch. [2]

 

Gut gemeinte Ratschläge wohl dosieren

Vielfach sind gut gemeinte Ratschläge ein Ausdruck von eigener Unsicherheit oder Hilflosigkeit. Bei massiven Angstgefühlen helfen dem erkrankten Partner jedoch keine Aussagen wie „Kopf hoch, das wird schon wieder", „Du musst kämpfen" oder „das werden wir schon packen". Positives Denken lässt sich nicht erzwingen. Es kann sogar sein, dass der Betroffene sich nicht ernst genommen oder sogar bevormundet fühlt. Geben Sie ihm die Zeit, die er braucht, um mit der Situation klar zu kommen.

Am besten fragen Sie Ihren Partner, wie er solche, als Aufmunterung gemeinten Ratschläge empfindet. Vielleicht fühlt er sich besser verstanden, wenn Sie mit ihm über Ihre eigenen Ängste reden und Ihre eigene Schwäche zeigen. Gemeinsam durchlebte Gefühle können in der Partnerschaft eine neue Nähe entstehen lassen. [1]

Unterstützen Sie Ihr Familienmitglied auch darin, seine eigenen Lösungen im Umgang mit der Erkrankung zu finden. Fördern Sie seine Selbständigkeit, ohne ihn zu überfordern.

 

Im Alltag unterstützen

Wenn Sie verschiedene alltägliche Aufgaben Ihres erkrankten Partners übernehmen – und sei es nur vorübergehend – dann tragen Sie oft sehr zu seiner Entlastung bei. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Partner dabei nicht bevormunden und klären Sie deshalb immer wieder, ob er die Aktivitäten wirklich als hilfreich empfindet. Wenn er angebotene Hilfe einmal zurückweist, denken Sie daran, dass das Gefühl, sein Leben trotz der GIST-Erkrankung zu meistern, ein wichtige Motivation für ihn sein kann. [2]

Eventuell entlastet es Ihren Angehörigen, wenn Sie ihn zum Arzttermin begleiten, sofern er damit einverstanden ist. Ermutigen Sie ihn gegebenenfalls, die Medikamente regelmäßig einzunehmen und die Termine zu den Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen.

 

Verständnis steht bei Intimität und Sexualität an erster Stelle

Auch Intimität und Sexualität verändern sich häufig durch eine Krebserkrankung. Medikamente, Schmerzen, körperliche Veränderungen oder Angstgefühle können dazu führen, dass der erkrankte Partner kein Interesse an Sex hat oder nicht in der Lage dazu ist.

Um Missverständnissen vorzubeugen, sollten Sie Ihren Partner fragen, wie viel Nähe, Zärtlichkeit und Intimität er haben möchte. An erster Stelle stehen hierbei Einfühlungsvermögen, Respekt und Verständnis für seine Bedürfnisse. [2]

 

Nicht zuletzt: Richtig informieren

Je besser Sie über die Erkrankung Bescheid wissen, desto besser können Sie Ihren Angehörigen unterstützen. Außerdem verringert Wissen meistens die Unsicherheit. Es gibt z. B. verschiedene Internetseiten, die Sie je nach Vorliebe wählen können. Achten Sie bei der Recherche auf vertrauenswürdige Quellen bzw. wenden Sie sich gezielt an Ärzte und erfahrene Organisationen.

Besonders in der ersten Zeit werden Sie vielleicht viele gutgemeinte Ratschläge von Freunden und Bekannten bekommen. Unterschiedliche Informationen können aber auch verwirren. Denken Sie dann daran: Krebs ist nicht gleich Krebs und keine Krankengeschichte ist mit der anderen zu vergleichen. Das gilt insbesondere für relativ seltene Tumorerkrankungen wie GIST.

Quellen:
[1] https://www.cancer.net/coping-with-cancer/talking-with-family-and-friends/talking-about-cancer/talking-with-your-spouse-or-partner (zuletzt besucht am 30.11.2017)
[2] Tanja Diamantidis. Den Krebs bewältigen und einfach wieder leben. 2. Aufl. Trias Stuttgart 2010

Erstellt am: 08.06.2011
Autor: Dr. Ruth Wissler
Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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