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Lebensqualität gehört auch zur Nachsorge

Die zwei Bausteine der ärztlichen Betreuung

In der Nachsorge und Therapiekontrolle ist der Arzt Ihr zentraler Ansprechpartner. Neben medizinischen Themen kann er auch in vielen Fragen der Lebensqualität unterstützen.

Die zwei Bausteine der ärztlichen Betreuung

Ist die Therapie abgeschlossen oder für die nächsten Jahre eingestellt, haben Sie die ersten Schritte geschafft. Danach geht es darum, langfristig zu denken: den Erfolg der Therapie zu halten und das Leben mit bzw. nach der Erkrankung möglichst angenehm zu gestalten. Für beides ist Ihr Arzt die richtige Anlaufstelle.

 

Medizinische Nachsorge und Verlaufskontrollen

Bei regelmäßigen Untersuchungsterminen prüft der Arzt den Therapieerfolg. Grundlage dieser Kontrolltermine sind zunächst die Fragen zum körperlichen Wohlbefinden und die medizinischen Untersuchungen.

Die Nachsorge wird in der Regel so lange fortgeführt, bis das Risiko für einen Rückfall deutlich gesunken ist. Bei vielen Krebserkrankungen wird dazu eine Fünf-Jahres-Marke angesetzt, die Zeitspanne kann jedoch auch kürzer oder länger sein. Im Nachsorgeplan wird festgelegt, welche Untersuchungen in welchen Zeitabständen erfolgen. Je nach Art der Erkrankung ist dies sehr unterschiedlich. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt darüber aufklären, was in Ihrem Fall sinnvoll ist. Weiterhin kann der Arzt ein Auge darauf haben, ob Spätfolgen der Therapie auftreten, und diese behandeln. [1]

Für Patienten mit einer chronisch verlaufenden Erkrankung, wie beispielsweise die chronische myeloische Leukämie (CML), passt der Begriff Verlaufskontrolle der Therapie besser als Nachsorge. Die Termine dienen ebenfalls dazu, den Gesundheitsstatus des Patienten regelmäßig zu überprüfen. Darüber hinaus kann der Arzt ein mögliches Fortschreiten der Erkrankung erkennen und gegebenenfalls die Therapie optimieren.

Wichtig: Wenn Sie sich zwischen den Terminen unwohl fühlen, sollten Sie sofort zum Arzt gehen und nicht bis zum nächsten Termin warten. Auch leichte Beschwerden müssen nicht sein und oft kann durch einfache Mittel Abhilfe geschaffen werden. Zudem kann der Arzt die Ursache der Beschwerden prüfen und weitere Untersuchungen veranlassen, falls er dies für notwendig hält.

 

Wie kommen Sie im Alltag zurecht?

Sie leben jeden Tag mit Ihrer Erkrankung, eventuell auch mit dadurch entstandenen, mehr oder weniger starken Einschränkungen. Möglicherweise gehen diese auch über rein körperliche Aspekte hinaus und die Erkrankung belastet Ihre Psyche, Ihre Familie, Ihren Berufsalltag oder Ihre finanzielle Situation. Deshalb ist neben der rein medizinischen Beobachtung eine gute Lebensqualität für Ihr Wohlbefinden ebenso wichtig.

Ihr Arzt ist auch für solche Themen ein wichtiger Ansprechpartner. Sprechen Sie mit ihm über die Situationen, die durch die Erkrankung entstanden sind. Einige Beispiele dafür:

Beruf: Können Sie Ihren früheren Beruf ausüben? Gibt es Einschränkungen? Wollen Sie sich beruflich verändern? Welche Anlaufstellen gibt es dann zur Beratung?

Familie: Wie haben Ihre Angehörigen die Situation verkraftet? Wie hat sich die Erkrankung auf Beziehung und Freundschaften ausgewirkt? Empfinden Sie Ihr Umfeld zuhause als hilfreich? Wie ist Ihre Familienplanung?

Ernährung: Gibt es Einschränkungen bei der Ernährung, für die Sie Tipps brauchen - vielleicht hatten Sie eine Darm-Operation, die eine Umstellung erforderte?

Finanzielle Situation: Sie sind durch die Erkrankung finanzielle Schwierigkeiten entstanden oder gibt es eine Unterstützung, die sich für Sie anbietet, z. B. ein Schwerbehindertenausweis?

Seelisches Befinden: Wie geht es Ihnen psychisch? Leiden Sie unter Ängsten, Schlafstörungen oder anderen Beschwerden? Können Sie das Erlebte gut verarbeiten?

Die Unterstützung kann je nach Bedürfnis und Vorliebe viele Gesichter haben: Ernährungsberatung, Sportgruppen, psychotherapeutische Hilfe, Selbsthilfeorganisationen oder Ansprechpartner für sozialrechtliche Fragen. Scheuen Sie sich nicht, solche Themen anzusprechen und sich gegebenenfalls nach Ansprechpartnern und zuständigen Stellen zu erkundigen. [1]

 

Die nächste Kontrolluntersuchung

Für viele Patienten ist es selbstverständlich, dass sie zu Kontroll- bzw. Nachsorge-Untersuchungen gehen. Das heißt aber nicht, dass sie es auch gerne tun. Ein Grund kann die Angst vor schlechten Nachrichten sein. Bei manchen Patienten mag dies sogar dazu führen, dass sie die Termine nicht oder nicht regelmäßig wahrnehmen, obwohl es medizinisch wichtig wäre.

Es geht hier nicht darum, ein schlechtes Gewissen einzureden. Vielmehr soll ein Weg aufgezeigt werden, eine positive Haltung gegenüber Kontrollterminen zu entwickeln. Hier einige Inspirationen, wie Sie die Termine für sich angenehmer gestalten können: [2]

• Verbinden Sie den Termin mit einem positiven Erlebnis, indem sie danach z. B. essen gehen

• Nehmen Sie sich eine Begleitperson mit, der Sie vertrauen

• Vereinfachen Sie umständliche Dinge: nehmen Sie z. B. den Bus wenn die Parkplatzsuche lange dauert

• Wissen verringert Angst. Klären Sie, was es für Therapiemöglichkeiten gibt, wenn ein Rückfall oder Fortschreiten frühzeitig erkannt wird

Quellen:
[1] http://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/nachsorge.php (zuletzt besucht am 30.11.2017)
[2] https://www.inkanet.de/hilfe/soziales/sozialrecht (zuletzt besucht am 30.11.2017)

Erstellt am: 17.01.13
Autor: Cornelia Dietz
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