• Schriftgröße
Lebensqualität gehört auch zur Nachsorge

Kontrolluntersuchungen bei GIST

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind bei GIST sehr wichtig. Dies gilt für Patienten, deren Tumor operativ entfernt werden konnte, ebenso wie für Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung.

Kontrolluntersuchungen bei GISTGastrointestinale Stromatumoren (GIST) sind bösartige Geschwulste, die vor allem in der Wand von Magen oder Darm auftreten. Kann der Tumor operativ vollständig entfernt werden, spricht man von einem primären GIST. Solche primären GIST können durch eine Operation geheilt werden. Finden sich zum Zeitpunkt der Diagnose jedoch bösartige Zellen außerhalb des eigentlichen Tumors, z. B. in der Bauchhöhle, dem Bauchfell oder der Leber, spricht man von fortgeschrittenen GIST. Auch wenn solche fortgeschrittenen GIST nicht heilbar sind, kann ihr Wachstum doch durch Medikamente verlangsamt oder sogar aufgehalten werden.

 

Kontrolluntersuchungen bei primärem GIST - warum?

Von einer vollständigen Entfernung eines GIST spricht man, wenn nach einer Operation keine Tumorzellen mehr nachweisbar sind. Wenige oder einzelne im Körper verbliebene Tumorzellen können jedoch mit den derzeitigen medizinischen Methoden nicht nachgewiesen werden. Aus ihnen können sich nach Monaten oder Jahren erneut Geschwulste bilden. Treten diese an der ursprünglichen Stelle auf, spricht man von Rezidiven - sind andere Körperbereiche, z. B. die Leber oder das Bauchfell betroffen, spricht man von Absiedlungen (Metastasen) [1, 2].

Bestimmte Merkmale des Tumors, wie z. B. die Größe, ermöglichen eine Abschätzung des Risikos für Rezidive und Metastasen. Für Patienten mit mittlerem oder hohem Rezidivrisiko kann im Anschluss an die vollständige Entfernung des Tumors (R0-Resektion) außerdem eine unterstützende (adjuvante) medikamentöse Therapie mit Tyrosinkinasehemmern infrage kommen [1]. Ihr behandelnder Arzt wird dies im Einzelfall mit Ihnen besprechen. Sowohl die medikamentöse Therapie als auch die Operation können Nachwirkungen oder Begleiterscheinungen haben, wie z. B. Verwachsungsbeschwerden nach Eingriffen am Darm. Solche Beschwerden können bei den Kontrolluntersuchungen regelmäßig angesprochen und bei Bedarf behandelt werden.

Patienten mit einem primären GIST sollten die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen also wahrnehmen, um:

  • Rezidive oder Metastasen frühzeitig zu entdecken und schnell darauf reagieren zu können,
  • Nachwirkungen und Begleiterscheinungen der Therapie zu erkennen und zu behandeln.

Wann? In welchen Abständen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden sollten, richtet sich nach dem individuellen Risikoprofil und schwankt zwischen 3-monatigen oder jährlichen Kontrollen [3].

Was? Die Kontrolluntersuchungen umfassen neben einem ärztlichen Gespräch, einer körperlichen Untersuchung und einer Blutabnahme bildgebende Verfahren wie z. B. die Computertomographie (CT) oder die Magnetresonanztomographie (MRT) [1, 3]. In Abhängigkeit vom ursprünglichen Sitz des Tumors können weitere Untersuchungen wie z. B. eine Magen- oder Darmspiegelung erforderlich sein.

 

Kontrolluntersuchungen bei fortgeschrittenem GIST - warum?

Um das Wachstum bei fortgeschrittenen, operativ nicht mehr vollständig entfernbaren GIST zu hemmen kommen verschiedene Behandlungen, wie z. B. medikamentöse Therapien, in Betracht.

Unter einer medikamentösen Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern kann bei vielen Patienten für Monate bis Jahre ein Wachstumsstillstand erreicht werden [1]. Es kann allerdings vorkommen, dass die Tumorzellen im Laufe der Behandlung teilweise oder ganz unempfindlich für die jeweilige Behandlung werden. Der Tumor kann dann erneut oder schneller als zuvor wachsen. Eine Veränderung der Dosierung oder eine Umstellung der Therapie kann dann sinnvoll sein. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind bei Patienten mit fortgeschrittenem GIST daher erforderlich, um:

  • den Therapieerfolg regelmäßig zu überprüfen,
  • frühzeitig auf ein Fortschreiten der Erkrankung zu reagieren,
  • Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen der Therapie zu erkennen und zu behandeln.

Wann? Die erste Kontrolle erfolgt meist 3 Monate nach Beginn der Behandlung. Die weiteren Intervalle wird Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen in Abhängigkeit vom individuellen Verlauf und Beschwerdebild vereinbaren. In der Regel werden hier Intervalle von 3 bis 4 Monaten gewählt [1].

Was? Nutzen Sie das Arztgespräch, um Probleme oder Beschwerden offen anzusprechen. Darüber hinaus wird Ihr Arzt Ihnen gezielte Fragen nach Ihrem Befinden stellen und die Blutwerte kontrollieren. Um frühzeitig zu erkennen, ob der Tumor wieder oder schneller wächst, werden in regelmäßigen Abständen bildgebende Untersuchungen, wie z. B. eine Computertomographie durchgeführt [1].

Quellen:
[1] http://www.dgho-onkopedia.de/onkopedia/leitlinien/gastrointestinale-stromatumore-gist (zuletzt besucht am 30.11.2017)
[2] http://www.liferaftgroup.org/ (zuletzt besucht am 30.11.2017)
[3] Gastrointestinal stromal tumors: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann. Oncol. 2012;23 Suppl 7:vii49–55.

Erstellt am: 02.03.2013
Autor: Dr. med. Sonja Hermeneit
Diese Seite teilen: